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The New Flattr – Eine hohe Social Media Reputation als Geschäftsmodell?

von Flo am 21.03.2013   |   Sonstiges

Ich weiß. Überschriften als Fragen zu deklarieren macht man nicht und Reputation ist ein beschissenes Wort, da sich dieser Text aber eher mit einer Frage, die ich mir selbst stelle, beschäftigen wird geht das völlig in Ordnung.

Flattr hat vor ein paar Tagen „The New Flattr“ vorgestellt. Der Unterschied zum ursprünglichen Flattr-Modell ist, dass man sein Konto mit seinen ganzen anderen „Social Network“-Accounts verknüpfen kann und pro Twitter-Fav, Instagram-Heart oder anderen „Likes“, die man so verteilt, Geld an den Urheber des jeweiligen Beitrags abdrückt. Dass ist das Klügste was Flattr hätte tun können und ich bin nach wenigen Testtagen jetzt schon sehr begeistert von der Idee und auch von der Umsetzung.

Der Grundgedanke von Flattr war immer gut. Man kann Leuten für irgendwelche Inhalte die sie produzieren Geld zukommen lassen. Das Problem war (oder ist) nur, dass sich Flattr nie so wirklich durchgesetzt hat. Es gab eine handvoll Leute die das Ganze mal ausprobiert haben, bis auf ein paar wenige Ausnahmen ist der Orange/Grüne Button aber von den meisten Seiten wieder verschwunden. Das mag daran liegen, dass den Dienst einfach zu wenige genutzt und im Endeffekt nur ein paar Cent dabei rumgekommen sind, vielleicht aber auch, dass man bevor der Button gedrück wurde, doch noch 2x überlegt hat ob man für diesen „Inhalt“ nun Geld „spenden“ möchte.

Ich habe Flattr anfangs relativ viel genutzt und fleißig Geld verteilt, bin irgendwann aber auch Müde geworden und habe mich kaum mehr um meinen Account gekümmert. Seit ein paar Tagen bin ich wieder Feuer und Flamme und denke mir bei jedem Twitter-Fav oder Instagram geherze, dass derjenige hoffentlich einen Flattr-Account hat und nun ein bisschen was vom monatlichen „Kuchen“ abbekommt, was mich auch gleich zu der Frage bringt, die mich seit dem Start von „The New Flattr“ beschäftigt.

Es gibt Menschen, die haben ein Händchen für gute Tweets oder gute Instagram Fotos. Diese Leute haben meistens sehr viele Follower und bekommen eine hohe Rückmeldung auf ihre „Arbeiten“ in Form von „Favs“, „Likes“ oder eben „Hearts“ und würden, wenn viele Leute diese Flattr-Connection verwenden würden, auch bestimmt ganz gut Geld damit machen. „Soviel Geld, dass sie evtl. davon leben könnten?“ frage ich mich und möchte deswegen mal ein kleines Rechenbeispiel ausprobieren.

Ich nehme als „Versuchskanninchen“ jetzt mal den Twitter und Instagram Account von Herm. Fragt mich nicht warum, vielleicht weil ich ihn aufgrund seines neuen Buchs gerade auf dem Schirm habe. Herm hat ca. 29.000 Follower auf Twitter und 1540 auf Instagram. Würden ca. 50% seiner Verfolger Flattr und die dementsprechenden Connections nutzen, hätten wir ca. 15.270 Menschen, die potentielle Geldgeber für den Herren wären. Nehmen wir jetzt mal an, dass jeder von Ihnen pro Monat ca. 3 Favs/Hearts an Herm verteilt, dann würde er 45.810 Flattr Dings bekommen. Wenn jeder von denen sein Konto mit ca. 5 € pro Monat auflädt und insgesamt monatlich 200 Favs/Hearts verteilt, dann bekäme Herm von jedem dieser Menschen 0,025 €. Das jetzt noch mit der Gesamtanzahl der Leute multiplizieren und wir kommen auf 1145,25 €, die der Herr im Monat verdienen würde.

Versteht das Rechenbeispiel da oben jetzt nicht falsch. Das ist natürlich total an den Haaren herbeigezogen, zeigt aber ganz gut was rein theoretisch möglich wäre, falls sich dieses neue Flattr-Modell durchsetzen würde.

Ich finde die Vorstellung spannend, dass jemand anhand seiner „privaten“ Social Media Aktivitäten soviel Geld verdienen könnte um davon zu leben. Ich setze das irgendwie ein bisschen mit einem Künstler gleich. Jemand, der viele Follower auf einem bestimmten Kanal hat, muss irgendwas zu sagen (oder zu zeigen) haben, sonst gäbe es nicht so viele Leute die das Ganze beobachten würden. Und dieser Jemand hätte so die Möglichkeit, mit seiner „Fähigkeit“ zumindest einen Teil seines Lebensunterhaltes zu bestreiten.

8 Kommentare

Manu am 21.03.2013 um 14:45 Uhr

Und wo finde ich den Flattr-Button?

Gute Gedanken, ich bin auch ganz gespannt. Klingt jedenfalls sehr gut. Vor allem der „Künstler“-Vergleich.

Johannes am 21.03.2013 um 18:04 Uhr

Ja, und wo zum Henker kann man EUCH flattrn?

Julian am 21.03.2013 um 22:08 Uhr

Wegen solcher Beiträge muss man euch einfach mögen!

Finde den Ansatz interessant, aber er greift einfach wieder zu kurz. Wundere mich warum die Verschränkung von Internet und Kapitalflüssen nicht schon viel stärker voran geschritten ist bzw. auch in den für den normalen Konsumenten interessanten Bereichen Fuß gefasst hat. Dafür fehlen aber wahrscheinlich auch die entsprechenden einfachen und sicheren Schnittstellen.

Jürgen am 22.03.2013 um 22:10 Uhr

Interessantes Modell und interessant geschriebener Artikel!
Es bringt auf jeden Fall eine tolle Möglichkeit für Freischaffende das tägliche Brot zu verdienen.
Aber ich denke man muss erstmal schauen wie es sich jetzt etabliert.
Grüße!

Daniel am 27.03.2013 um 16:12 Uhr

„Ja, und wo zum Henker kann man EUCH flattrn?“ Vorerst ist’s das einfachste den vorhandenen Twitter-Account zu Flattern: entweder direkt https://flattr.com/thing/1209559 oder indirekt über ein Fav wenn man die Flattr-App in seinem Twitter-Profil reinschaltet. Und dann warten bis welikethat sein Flattr-Konto beansprucht, die Flattr werden solange auf Vorrat gehalten (http://blog.flattr.net/2013/03/when-you-flattr-somebody-that-isnt-a-flattr-user-unclaimed-flattrs/).

Stefan am 27.03.2013 um 22:13 Uhr

Ich erstelle keine Inhalte (Instagram, Twitter) sondern konsumiere nur schnöde und find Flattr ne total coole Sache um monatlich paar Cents an meine Lieblingskreativen zu spenden. Das Rechenbeispiel find ich gar nicht so verkehrt. Ich hab Angefangen mit einem Kaffee im Monat (3€), bin jetzt bei 7€ monatlich weil immer mehr Blogs Flattr nutzen, und werde durch das nun quasi »automatische« Flattrn jetzt auf 10€ erhöhen. Einfach weils mir die coolen Sachen wert sind.
@Jürgen Selber machen, nicht drauf warten was andere machen :-P

Maik am 28.03.2013 um 21:11 Uhr

Guter und richtiger Ansatz, bin gespannt, wie lange es hält und ob solche Theoriespielchen letztlich auch Realität werden und vor allem bleiben.

formal dresses longview tx am 14.12.2013 um 05:20 Uhr

Utterly pent subject matter, thanks for information. “You can do very little with faith, but you can do nothing without it.” by Samuel Butler.

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