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Kurzfilm kann was! Internationales Festival der Filmhochschulen 2012 in München

von Messel am 19.11.2012   |   Sonstiges

Am Samstag ging mit einer rauschenden Party, Tanzeinlagen und La-Ola-Wellen das Internationale Festival der Filmhochschulen 2012 in München zu Ende. Unsere Gastautorin Teresa war wieder dabei und hat sich ein bisschen umgesehen. Hier ihr Beitrag:

Im Filmmuseum – und ich muss mal wieder darauf hinweisen, dass das Filmmuseum in München echt ein guter Ort ist, um Filme zu sehen, die man sonst nirgendwo (mehr) auf der Leinwand zu sehen bekommt- wurden 50 sehr kurze bis kurze Filme von angehenden Filmemachern aus aller Welt gezeigt.

Neben tausend anderen spannenden Dingen, die einem im Rahmen des Festivals über den Weg laufen, sind vor allem zwei Dinge hier echt einzigartig.

Erstens: Endlich gibt es einen Rahmen, in dem man wie wild einen Kurzfilm nach dem anderen sehen kann. Das kurze Format wird nämlich echt unterschätzt. Vor allem in Zeiten von Vimeo und Co, geht es doch wirklich darum, dass Geschichten knackig sein können und auf den Punkt. Wem 90 Minuten zu lang sind, um dabei zu bleiben, der fühlt sich hier wohl, wer in 20 Minuten wirklich was erzählen kann, der wird hier geliebt. So viel ist klar!

Zweitens: Hier kriegt man wirklich die Chance mal was anderes zu sehen. Manche Filme sind bekloppt, verrückt, verquer, sperrig und seltsam, andere aufwühlend, verstörend und schmerzhaft, aber man wird sicher nichts sehen, von dem man sagt: „Kenn ich schon.“ Auf alle möglichen Arten kriegt man hier die Chance über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Und das macht echt Spaß.

Der Film „Teardrop“ zum Beispiel erzählt komplett aus der subjektiven Perspektive. 15 Minuten lang stecke ich im Kopf des Helden, schaue durch seine Augen auf die Welt, auf meine Hände, auf die Straße, auf meine Finger, auf die Waffe in meiner Hand und…. Scheiße! Ich habe abgedrückt!

Bitte hier der Tailer:

„Teardrop“ hat auch am Ende einen Preis eingeheimst für die beste Kamera.

Der beste Film für die Festival-Jury war dieses Jahr aber schließlich ein Film aus Finnland, der davon erzählt, dass das Leben manchmal einfach ein Arschloch ist. Und was für eins! In „So it goes.“ ist alles grau, Winter, trist. Elli ist Mitte Zwanzig und arbeitet in einer Lagerhalle. Mit der Tatsache, dass das Leben ein Arschloch ist, hat sie sich längst abgefunden und ihre ganz eigene Überlebensstrategie entwickelt: Rauchen, Rülpsen und auf alles Scheißen.

Das fängt dann an schwierig zu werden, als sich der Teenager Hese in Elli verliebt. Glühend verliebt. Gedichte schreibt. Da fühlt Elli auf einmal etwas. Aber das Leben ist ein Arschloch. Natürlich wird Hese die 29 Minuten Kurzfilm nicht überleben. „So it goes“ ist zynisch, grau, desillusionierend und gerade deshalb so gut! Ein Film über Verlierer und ein echt verdienter Gewinner.

Wenn Ihr mal die Chance bekommt „Teardrop“, oder „So it goes“ zu sehen, schlagt zu, geht rein.

Ich bin auf jeden Fall schon gespannt auf nächstes Jahr!

Neue Kurzfilme, neue Brücken über den einen oder anderen Tellerrand, gute Leute. Einfach eine coole Sache.

Unbedingt hingehen nächstes Jahr zum „Internationalen Festival der Filmhochschulen 2013„!

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