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Zu Besuch bei Rémy Martin

von Alex am 25.10.2012   |   Sonstiges

Zusammen mit Ivan, einem unserer Gastautoren ging es für We Like That Anfang Oktober nach Frankreich.

Zum ersten Mal staunten wir nicht schlecht, als uns bewusst wird, das Cognac eine Stadt ist. Und da Rémy Martin seinen Sitz dort hat, flogen wir über Amsterdam nach Bordeaux und wurden dann in das Herz des Cognac chauffiert. In Amsterdam am Flughafen trafen wir übrigens auch schon die Blogger-Gesellschaft der nächsten Tage Lina, Alex, Junior, Nico und Tim. Enchanté!

Direkt 10° wärmer als uns München verabschiedet hat, empfing uns Bordeaux mit einer Prise Atlantikluft. Und nach weiteren eineinhalb Stunden Shuttle waren wir schon in Cognac.

Gerührt oder geschüttelt?

Hotel, Dusche, Shuttle. Das entspannte Programm der nächsten Tage startet vorerst direkt durch mit einem Cocktail Workshop und einem wahren Bartender. William Dodoo vom Frankfurter Hopper´s. Story Teller und Zuhörer. Wir lernen von dem Herren etwas über die Geschichte der guten alten Barkeeper und der Cocktails. Also gerührt oder geschüttelt? Anywayz, jeder darf mal ran. Lass probieren! Was die Drinks angeht, ist dennoch bedächtige Zurückhaltung angesagt. Im Flieger gab es nur Snacks und der Crashkurs, terminiert vor dem Dinner. So nippt jeder nur an den kräftigen Getränken und schätzt deswegen umso mehr die verschiedenen Mixes. Nebenbei erzählt uns Hugo, unser äusserst entspannter Ambassador von Rémy („Noo pressure“), über die Geschichte Rémy Martins während es zum Essen geht. Bon ap´! Feine Gänge, feiner Wein sowie ein Dessert, bei der sich die Frage stellt, wie man es am besten isst. Improvisiert gelöst mit einem geschickten Ablenkmanöver und einem einfachen Fällen des Schokobaumes.

Nach dem leckeren Dinner geht´s dann zum Absacker an die Hotelbar, bestens bestückt mit einer Top-Auswahl und tadellos besetzt mit einem sympathischen, fähigen Barkeeper. So schön der erste Tag auch war, so schnell ging es dann auch zu Ende. Jeder geht leicht angedudelt und mit einem entspannten Lächeln in die Heia.

Tour du Cognac

Bonjour zum zweiten Tag der Tour du Cognac. Oder so. Durch das Frühstück frisch gestärkt, besichtigen wir also die Anbaugebiete, das Werk von Rémy Martin und liefern uns einer Cognac-Verköstigung aus.

Also, auf in die Grande Champagne! Wartet mal, warum eigentlich Champagne? Die eigentliche Region Champagne befindet sich ja eher im Nordosten der Republik. Nun ja, wir versuchens mal so: die Anbaugebiete nennen sich Petite und Grande Champagne, deswegen ist der Rémy Martin Cognac ein Fine Champagne Cognac. Mhm. Dort angekommen sehen wir äußerst kalkhaltigen Boden und Weinfelder soweit das Auge blicken kann. Wunderschön, wenn nicht NDF photobomben würde! Spätvormittags ging es wieder weiter zum Werk, dort durften wir lernen, wie Cognac gebrannt wird. Und wir durften 70%igen Alkohol probieren.

Sehr klar und sehr unscheinbar für so eine Macht. Wegen des Hinweises, nur auf wenige Tropfen schlucklich zuzugreifen, haben wir mit äusserster innerer Anspannung reagiert und beim ersten „Schluck“ eigentlich nur unsere Lippen benetzt. Anschließend überwunden wir uns und haben wirklich genippt. Erstaunt, wie fruchtig und rund diese starke Nummer schmeckt, ohne Mund und Rachenraum zu verbrennen, nippten wir nochmal. Dann entschärften wir den Alkoholgehalt mit Wasser. Dieses Destillat hat aber generell etwas gegen so eine profane Verbindung mit den Kollegen von H2O und hat sich direkt eingenebelt. Die Klarheit verschwand und der Proto-Branntwein erhielt eine milchige Note, die sogar eine bläulichen Ton bekam. Shiny! Anschließend steht uns Meister-Destillateur Jean Marie Bernard Rede und Antwort zur Herstellung des Cognacs. Ebenfalls ein deutlich entspannter Mensch gestaltet uns den Übergang zum Aperitif fließend und ein sehr milder Coeur du Cognac versüßt uns das Warten auf die leckere Küche. Wieder wurden wir kulinarisch nicht enttäuscht, diesmal flankiert ein Saint Emilion Grand Cru die Grande Cuisine.

Bei den heiligen Hallen Rémy Martins, Batman!

Tausende von handgeschlagenen Fässern, dunkle, alte Gemäuer und Luft, die schwer nach Cognac wiegt. Dort wo manche Fässer bis zu 600 Hektoliter aufnehmen, kann man Cognac atmen. Unglaublich intensiv und dennoch leicht. Und wahrscheinlich waren wir einfach schon benebelt. An den Wänden hing überall ein dunkler Pilz, der Alkohol gerne mag. Laut Hugo „Really noo pressure“ ein Happy Fungus. Fast eines der Highlights war das Schnuppern an einem hundert Jahre alten Cognac. Naja, fast ein Highlight. Schnuppern eben. Hat etwas von dem Sitzen vor einer Suppe mit der Gabel. Aber des Geschmackes wären wir nicht würdig gewesen. Dieser Cognac, Louis XIII, hat einen Wert von mehreren tausend Euro und wird in mundgeblasenen Baccarat-Dekantern verkauft. Aber zugezwinkert hat er uns ja schon aus dem Fass.

Nach einer Verköstigung und der vorbildlichen Darreichung des Rémy Martin VSOP Cognac mit verschiedenen Häppchen hatten wir kurz Zeit uns zu erfrischen, bevor wir am letzten Abend Pascal Rousseau, die Communication Managerin, trafen. Wieder hochklassig. Diesmal in einem Michelin Stern – Restaurant. Gemütlich geplauscht, gemütlich gegessen und naja, etwas getrunken. Da es auch unser letzter Abend schon war, wollten wir die nette Runde nicht auflösen und…

Au revoir et merci!

Tag der Rückreise. Leicht verschlafen in den Shuttle und ab nach Hause. Leicht überfordert und gleichzeitig froh über die vielen Eindrücke, die uns Rémy Martin und Frankreich geboten haben.

Merci bien an Rémy Martin und Lina für die Einladung und die tolle Zeit!

Wer übrigens Lust auf kräftige, geschmackvolle Cocktails hat, versucht folgende Mixes:

Horse ?s Neck
5cl Cognac
1 Spritzer Angostura Bitter
Ginger Ale

*Der originale Horse´s Neck wurde mit Cognac gemixt

Smash Variation
6cl Cognac
4 Zitronenscheiben
2cl Mascobado Zucker
10 Minzblätter

Zutaten mischen, schütteln und in einen Tumbler auf Eis abgießen.

Cheers, fellas!

(Bilder von Alex und Rémy Martin)

3 Kommentare

Marcus Gehrlein am 30.10.2012 um 10:59 Uhr

Tolle Schreibe ! Macht Spass zu Lesen !

stiller am 01.11.2012 um 09:12 Uhr

Jup, klasse Bericht und schöne Bilder. Zum Glück keine vom Essen, sonst hätte ich jetzt hungrig vorm geschlossenen Bäcker randalieren müssen. ;)

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