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We Like That auf dem Hurricane Festival 2011

von Alex am 21.06.2011   |   Musik & Film

Mit nur zwei Stunden Schlaf haben wir uns in der Nacht von Donnerstag auf Freitag auf den Weg zum Hurricane Festival 2011 gemacht, was für den Flo und mich eine siebenstündige Autofahrt bedeutet. Diesen Mördertrip haben wir auf uns genommen, da wir von AXE eingeladen wurden, die direkt auf dem Festivalgelände ein paar Deluxe-Duschen mit Warmwasser installiert hatten, die von den Festivalbesuchern auch stark frequentiert wurden und nach einem Blick in so eine Luxusdusche habe ich mich darüber auch gar nicht mehr gewundert, denn das Innenleben war wirklich Deluxe.

Nachdem wir ja die etwas unbekannteren, kleineren Punk/Hardcore-Festivals bevorzugen, hingen wir also am Wochenende auf diesem riesigen Festivalzirkus ab. Das letzte Festival dieser Grössenordnung auf dem ich war, ist übrigens das Bizzare Festival 1998 gewesen und das liegt nun schon über zehn Jahre zurück. Also wurde das Zelt, unsere Long Distance Highway Hits To Death Playlist und reichlich Dosenbier eingepackt und sich auf den Weg nach Scheeßel gemacht, wo wir unsere lieben Blogkollegen Sara, Thang, Isa, Wenke, Marcel, Christoph und Thomas getroffen haben, die ein paar Kilometer weiter schön ruhig in einer Pension untergebracht waren, während wir unsere Nächte auf dem (Presse-)Campingplatz verbrachten und uns natürlich in den drei Tagen auch nicht geduscht haben. True Rock´n´Roll halt ;)

Ausgestattet mit Presseausweisen und der Lizenz zum Filmen und Fotografieren auf dem Festivalgelände (leider nicht für die Stages und die Künstler) haben wir uns dann Freitagnachmittag durch die Horden der schon ziemlich angetrunkenen und feierwütigen Menschen zur Red Stage gekämpft, auf der wir uns Kvelertak anschauen wollten, die für uns definitiv ein musikalisches Highlight waren. Die norwegischen Rocker haben ziemlich Arsch getreten und ein kleines aber druckvolles Feuerwerk von einer Rockshow abgezogen, persönlich schaue ich mir sowas aber doch eher auf einer kleinen Club-Bühne an, was zum Teil wohl aber auch am Publikum lag, die wohl eher festivaltauglichen Stadionrock erwartet hatten.

Was den weiteren musikalischen Teil des ersten Tages betraf, wollten wir uns noch das Chaos-Core-Gewitter von Converge anschauen, was wir aber aufgrund von ein paar Runden Bier und entspannten Gesprächen zeitlich leider nicht mehr hinbekommen haben. Asche auf unser Haupt. Bandmäßig sind wir dann am Freitag eigentlich auch nur noch in den Genuß von Portishead auf der Hauptbühne gekommen, deren Auftritt ich persönlich auch ziemlich genoß, habe ich es doch bisher nie geschafft, Beth Gibbons und Konsorten live zu sehen und das obwohl mich die Band musikalisch schon seit Jahren begleitet. Abgerundet wurde die Show durch die stimmungsvollen schwarz-weißen Live Aufnahmen an den, auf beiden Seiten der Stage angebrachten, großen LED-Screens. Ich hatte dann auch kurzzeitiges Gänsehautfeeling, denn so eine Band mal live zu sehen ist dann doch nochmal etwas ganz anderes als auf Platte. Nach Portishead haben dann Arcade Fire die große Stage geentert, deren Auftritt wir leider nicht mehr mitbekommen haben, da wir dem Schlafmangel und den bis dahin geleerten Mengen an Bieren unseren Tribut zollen mußten und uns im Zelt abgelegt haben. Shit happens!

Am Samstag waren wir in erster Linie mit Filmen und Fotografieren beschäftigt und bandtechnisch waren wir auch relativ unentschlossen. Die erste Band, die wir uns relativ spät angeschaut haben, waren The Sounds, welche musikalisch ihr gewohntes Repertoire geboten haben, aber ziemlich unspektakulär waren und deren Frontfrau Maja Ivarsson eher durch ihre entblößten Beine glänzte. Nach einer kurzen Nahrungsaufnahme und weiterer Filmerei ging es für uns dann weiter mit Lykke Li, welche irgendwie nicht wirklich auf die Bühne der Red Stage gepasst hat, dafür war das Zelt aber ziemlich voll und das Publikum überwiegend jung und sichtlich begeistert von dem Auftritt der Schwedin.

Hatten wir die ersten beiden Tage Glück mit dem Wetter, bekamen wir am letzten Festivaltag, noch eine gehörige Dusche ab. Für Tame Impala habe ich das gerne in Kauf genommen, hatte ich doch hohe Erwartungen an den Auftritt der Australier. Der Gig der Band war ohne besonderes Highlight, vielmehr ließen sie ihre Musik für sich sprechen und der Sänger ist noch durch ein paar Ansagen auf Deutsch aufgefallen, dann war aber auch schon Schluss. Auch hier gilt, sowas schau ich mir lieber als Clubkonzert an. Dann noch kurz zu den Blood Red Shoes, die ihr Set bei strömendem Regen souverän durchgezogen haben und wir dankbar waren das wir zum Aufwärmen ins Pressezelt flüchten konnten. Nass sind wir trotzdem noch geworden, da wir ja noch filmen und Boy Sets Fire sehen wollten. Die sichtlich ergrauten Herren haben es definitiv noch drauf und hatten das Publikum trotz schlechten Wetters und verhältnismäßig früher Spielzeit fest im Griff.

Wie ihr euch bestimmt schon denken könnt, sind wir eher Fans von kleineren Festivals oder Clubkonzerten und was die musikalische Auswahl bei so einem Megaevent betrifft, eher etwas überfordert. Trotz allem waren es drei schöne Tage und es war natürlich auch toll, mal wieder unsere bloggenden Kollegen zu treffen oder auch neu kennenzulernen. Hier noch ein paar unserer Eindrücke in fotografischer Form und diese Woche wird es auch noch einen eigenen Beitrag mit Bewegtbildern unserer Hurricane Impressionen geben und das war der längste Beitrag den ich jemals geschrieben habe. Danke & Love!

14 Kommentare

Vorstadtprinzessin am 21.06.2011 um 14:15 Uhr

Öhm die Duschen waren ja leer ^^ (sind doch duschen oder?)

MC Winkel am 21.06.2011 um 17:06 Uhr

Und wie war sonst so? Gut einen in die Rüstung geknistert? :)

MC Winkel am 21.06.2011 um 17:06 Uhr

Ach so, Bilder sind natürlich top!

syman am 21.06.2011 um 22:03 Uhr

Welche Nikon habt ihr da dabei? Und welche Optik war drauf?

Torsten am 22.06.2011 um 11:37 Uhr

KVERLETAK! Super Entscheidung. Ihr seid meine Freunde!

Damian am 22.06.2011 um 11:57 Uhr

Sehr schicke Fotos. Gefällt mir. Und schaut allgemein sehr cool aus das Festival. Also von den Leuten her zumindest.

hotzen am 22.06.2011 um 12:16 Uhr

@Vorstadtprinzessin: Wenn du die AXE Dinger meinst, das sind Duschen ja. Wenn du das erste Bild meinst, dann würde ich dir eher nicht raten da drin zu duschen :D

@Winkel: Merci :) Natürlich gut einen in die Rüstung geknistert, mussten deshalb Freitags schon um 23:00 Uhr schlafen gehen :D

@syman: Canon EOS 550D EF-S 18-55mm und noch ein Tele, muss ich aber erst nachgucken was genau. Bin da noch nicht so bewandert ;)

@Torsten: Yeaaaahh! :) War auch ne super Show.

@Damian: Thx und von den leuten her wars natürlich wirklich großartig :)

Micha am 25.06.2011 um 10:11 Uhr

Schicke Fotos? Gibt es da noch mehr?

Und dann noch eine Frage:
Wie war die Organisation (von der Veranstalter-Seite her) bei euch auf dem Hurricane?
Auf dem Southside war sie dieses Jahr nämlich nicht gerade prickelnd.

Zeitzeugin am 27.06.2011 um 22:56 Uhr

Äh? Hatte ich hier nicht schon was zu geschrieben? Naja egal: tolle Photos! Das macht Lust und neidisch ;) Nächstes Jahr bin ich hoffentlich auch wieder auf einem Festival, wird mal lieber Zeit. Am liebsten wieder aufs Sziget in Ungarn ( <3 )

Stehen die eigtl. alle zum Duschen da an? Wie ätzend ;)

c33 am 28.06.2011 um 08:11 Uhr

@Micha: Merci Beaucoup! Und ja, es gibt noch ein paar Fotos, aber ob wir die öffentlich machen, müssen wir noch überlegen ;)

Zur Orga kann ich dir leider nicht viel sagen, da hab ich im speziellen nichts mitbekommen…

@Zeitzeugin: Nope, das ist hier dein erster ;)

Und ja, die stehen da alle an den Duschen an, die direkt auf dem Festival-Gelände waren. Mich zieht es eher wieder auf ein kleineres Festival, mir persönlich waren das ein paar Menschen zuviel ;)

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