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Künstlerkollektiv installiert 32 Kameras in Berliner U-Bahn Waggon

von Flo am 29.11.2016   |   Kunst & Design, Sonstiges

Das Künstlerkollektiv „Rocco und seine Brüder“ hat in einem U-Bahn Waggon der Berliner Verkehrsbetriebe 32 Überwachungskameras und einige Hinweisschilder bzgl. der Videoüberwachung installiert. Ein sehr interessantes Projekt, das seinen Platz wohl irgendwo zwischen „völlig absurd“ und „Oh, die BVG setzt jetzt noch stärker auf Überwachung“ findet. Ich weiß nicht ob ich, wenn ich einer der Fahrgäste gewesen wäre, das direkt als Kunstaktion enttarnt oder auch erst kurz überlegt hätte ob die BVG jetzt ein „paar mehr“ Kameras installiert hat.

Fast 15.000 Kameras überwachen Berlin, allein 13.640 sind im Öffentlichen Nahverkehr installiert. Es gibt kaum Winkel auf Bahnhöfen, in Zügen, Bussen oder Trams, die nicht überwacht werden.

Wie bei Antiterrorgesetzen und Maßnahmen zur Inneren Sicherheit im Allgemeinen werden sie von den Verantwortlichen nicht nur mit der Aufklärung von Straftaten begründet, sondern auch mit der angeblichen Abschreckung, die Delikte verhindere.
Die kleinen Kameras werden von den Menschen oft nicht bemerkt. Die Beobachteten fühlen sich unbeobachtet, während ihre Handlungen aufgezeichnet werden. Und Straftaten werden dennoch begangen.
Ist ein total überwachter öffentlicher Raum nun wirklich sicherer?

Es besteht ein konstantes Spannungsverhältnis zwischen dem Sicherheitsbedürfnis einerseits und dem Verlust der Privatsphäre andererseits, und entsprechende Maßnahmen müssen von der Gesellschaft legitimiert sein.
Werden mit zunehmender Überwachung Ängste wirklich beruhigt oder gerade erst geschaffen, weil der öffentliche Raum als potentielle Gefahrenzone gestaltet wird?

Was würde passieren, wenn statt zwei Kameras ganze 32 in einem U-Bahn-Wagon hingen?
– Er wäre leer, um 10 Uhr morgens während der Rushhour in Berlins Stadtzentrum, während die Menschen in den Nachbarwagons um Sitzplätze kämpfen.

(via Marco, mit dem ich schon mal U-Bahn gefahren bin)

1 Kommentar

Marco am 29.11.2016 um 13:40 Uhr

Es ist so unglaublich lange her :(

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