Twitter Facebook

Mundpropaganda – Einer ist immer dagegen

von Flo am 17.12.2013   |   Sonstiges

mundpropaganda

Bestimmt habt ihr in den letzten Tagen schon von der „#Mundpropaganda“ Aktion gehört, die von der Zeitschrift GQ ins Leben gerufen wurde. Kurz umrissen geht es darum, gerade im aktuellen Kontext zu den olympischen Spielen in Russland nächstes Jahr, auf das Problem Homophobie in unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen und gegen Intoleranz zu kämpfen.

„Gentlemen gegen Homophobie“ heißt es bei GQ. Um gegen Intoleranz anzukämpfen, hat GQ eine Aktion gestartet, in der Männer wie Herbert Grönemeyer und August Diehl, Moses Pelham und Thomas D, Fettes Brot, Revolverheld, Kostja Ullmann, Ken Duken und die Beachvolleyball-Olympiasieger Julius Brink und Jonas Reckermann ein Zeichen gegen Homophobie setzen, sie küssen sich.

Die Kampagne hat in den letzten Tagen ziemliche Wellen geschlagen, wird im Netz viel rumgereicht und immer mehr Leute beteiligen sich mit eigenen Fotos daran. Zusammengefasst: Das Ding ist ein voller Erfolg und das ist auch gut so. Wir alle wissen das Homophobie leider noch ein viel zu großes Thema in unserer heutigen Gesellschaft darstellt und es deshalb umso wichtiger ist die Leute darauf aufmerksam zu machen, was mit dieser Aktion bis jetzt schon ziemlich gut gelungen ist.

Auf Zeit Online ist vor ein paar Stunden ein Artikel erschienen der dieser ganzen Aktion vorwirft, dass sie bei genauerem hinsehen ihr Ziel verfehlen würde. Mit Tweet-Zitaten wie „Heterosexuelle unter sich, alles wie immer“ des schwulen Theaterregisseurs René Pollesch und der Aussage „Es war eine interessante Erfahrung, meine Frau ist mir dennoch lieber“ von Julius Brink direkt nach dem Fotoshooting versucht der Artikel die ganze Aktion als „eine Inszenierung der und des Heterosexuellen“ darzustellen.

Ganz ehrlich! Mich regt das tierisch auf, dass man hierzulande jeden Versuch irgendein Thema in die breite Öffentlichkeit zu rücken bis ins kleinste Detail auf seine (politische) Korrektheit zerpflücken muss. Die Aktion macht auf ein Problem aufmerksam, wird wahrgenommen und führt den Menschen vor Augen dass die ach so toleranten olympischen Spiele in einem Land ausgetragen werden in dem Homosexualität noch immer von staatlicher Seite aus bekämpft wird. Natürlich findet man bei allen Dingen immer noch Sachen die man hätte anders oder besser machen können und man mag sich vielleicht auch fragen wieso ausschließlich (heterosexuelle) Männer auf den Kampagnenbildern abgelichtet sind, im Endeffekt geht es aber um die Wirkung und die Idee hinter dieser ganzen Sache und die ist zu wichtig um sie mit solchen Nichtigkeiten nieder zu diskutieren. Dem Otto Normalverbraucher ist es erstmal egal ob sich da jetzt zwei Frauen, zwei Männer, zwei homosexuelle oder zwei heterosexuelle küssen. Er erkennt um was es geht und fängt hoffentlich an sich mit der Thematik zu beschäftigen!

Foto: © Felix Krüger

7 Kommentare

mandarine_one am 17.12.2013 um 19:53 Uhr

Ich finde bei der Aktion auch sehr gut aus was für einer Ecke die kommt. Grad wenn sowas von einem Männermagazin kommt sollte man da einfach mal die kritische Fresse halten und das Ding sein lassen.

jako am 17.12.2013 um 22:38 Uhr

Da hat die ZEIT bei der TAZ abgeschrieben. Deren Kritik kam schon gestern.

Dass da die Nadel im Heuhaufen gesucht wird, will ich auch nicht abstreiten. GQ ist halt „lediglich“ ein Männermagazin.

Abkotzen würde ich eher, dass die BILD diese Aktion positiv bewertet hat, obwohl sie sonst einen homophoben Kurs fahren.

Frank Bahle am 18.12.2013 um 10:40 Uhr

Jedes Zeichen gegen Homophobie ist ein gutes Zeichen, vor allem wenn es von einer Zeitschrift wie CG gesetzt wird. In Deutschland gehoert es ja leider schon zum guten Ton, dass genoergelt wird.

Mario Murer am 18.12.2013 um 22:21 Uhr

Sicherlich hat die Aktion ihre Berechtigung und rückt ein Thema in den Fokus. Es bleibt nur die Frage, wem sie mehr Aufmerksamkeit verschafft? Wer A sagt, muss auch B sagen und trägt Verantwortung. Man darf also davon ausgehen, dass CQ zu den olympischen vor Ort sein wird? Besonders freue ich mich auf die nachfolgende Berichterstattung und eventuelle Artikel in der CQ – z.B. nach Gesprächen mit Opfern von Homophobie in Russland..

Mark am 19.12.2013 um 11:11 Uhr

Du hast natürlich auch gar nichts verstanden – TAZ und ZEIT haben absolut Recht. Diese Kampagne ist das dämlichste und unpolitischste, was man sich vorstellen kann. Das Schlimmste aber: all die dämlichen Schwulen, die sich dadurch noch bestätigt oder geehrt fühlen – was für nen Komplex muss man haben!

domi am 20.12.2013 um 13:00 Uhr

@MARK:

Entweder ich verstehe deinen Sarkasmus nicht oder es ist keiner vorhanden und man müsste dich aufs schlimmste beschumpen, wenn es der Anstand nicht verbieten würde!

domi am 20.12.2013 um 13:01 Uhr

*beschimpfen, sorry

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.