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Das Projekt code.org und wie Filesharing mein Leben veränderte

von Flo am 27.02.2013   |   Sonstiges

Das Projekt code.org, welches es sich zum Ziel gesetzt hat jungen Leuten das Programmieren schmackhaft zu machen, ist gerade in aller Munde und bekannte Namen wie Bill Gates, Mark Zuckerberg oder Jack Dorsey setzen sich dafür ein, den Mangel an Programmierern an die Öffentlichkeit zu tragen. Mit dem Claim „Every student in every school should have the opportunity to learn to code“ bemängeln die Initiatoren, dass sich die Lehrinhalte an Schulen noch immer nicht wirklich an das „digitale Zeitalter“ angepasst haben und es langsam mal an der Zeit wäre den Schülern auch Programmierkenntnisse zu vermitteln.

Grundsätzlich finde ich das Projekt unterstützenswert, schließlich ist es nicht von der Hand zu weisen, dass der Bedarf an Entwicklern in den nächsten Jahren immer mehr ansteigen und die digitale Welt immer noch mehr in unser Leben treten wird. Andererseits muss man auch aufpassen, den jungen Leuten nicht zu vermitteln, dass sie beruflich unbedingt in die IT- oder Medienbranche einsteigen müssen, um überhaupt ihren Platz in der Arbeitswelt zu finden. Programmieren/Entwickeln ist in gewisser Art und Weise auch „Leidenschaft“, wenn man das so betiteln kann, und mehr als „das Feuer zu entzünden“ kann und sollte da auch eine Organisation wie code.org nicht.

Ich hatte vor ein paar Monaten Klassentreffen und ein guter Freund gab mir damals noch folgenden Satz mit auf den Weg: „Was willst du denen denn erzählen, du machst doch eh seit 10 Jahren das Gleiche.“ – Eine Tatsache, über die ich so irgendwie noch nie nachgedacht hatte, die meinen Werdegang aber ganz gut beschreibt.

Es stellte sich bei mir nie die Frage wohin mich meine berufliche Zukunft mal treiben würde, da das alles schon immer von vornherein klar war. Infoveranstaltungen von Arbeitsämtern dienten eher immer dazu herauszufinden welche Attribute man angeben müsste um als geeigneten Beruf „Polizist“ auf dem Papier stehen zu haben und Praktikas waren mehr so Mittel zum Zweck um zumindest was im Lebenslauf stehen zu haben.

Ich kann mich noch erinnern als wäre es gestern gewesen, wie ich mir mit 11 oder 12 Jahren Nachts den Wecker gestellt habe um mich mit meinen „Cyber-Freunden“ (schreckliches Wort, dürfte die damaligen Beziehungen aber ganz gut beschreiben) in irgendeinem Chat oder ICQ zu treffen. Wir waren damals alle sehr aktiv in irgendwelchen Warez-Foren, pingten Server im Ausland, luden nächtelang irgendwelchen Stuff da drauf, holten uns unsere Bonuspunkte und waren drauf und dran niemals wieder den Status „Leecher“ unter unserem Avatar stehen zu haben.

Ein komischer „Trend“ der zu dieser Zeit in diesen ganzen Foren rumging war seine Signatur mit irgendeinem Banner (468x60px Alter) zu schmücken und meistens gab es hierfür auch interne Forengrafiker, die dann immer die Wünsche der anderen Nutzer annahmen und ihnen diese Grafiken erstellten. Einer dieser Forengrafiker war ich irgendwann und ich kann es mir heute nicht mehr so wirklich erklären was es war, aber irgendwie löste diese „Son-Goku-Banner-mit-irgendwelchen-Fancy-Typo-draufgeklatsche-Zeit“ etwas in mir aus, dass ich bis heute nicht verloren habe. Eine Leidenschaft dafür Dinge aus dem Nichts zu erschaffen, die mir und anderen Leuten eine Freude bereiten oder irgendeinen Nutzen mit sich bringen.

Zwangsläufig brachte diese ganze Grafikposition in den Foren auch mit sich, dass man sich irgendwann um das Layout des Forum kümmerte, in den Foren-Templates rumfuhrwerkte und sich so ein Verständnis für diese ganze Code-Thematik aneignete. Eine Sache die mich damals glaube ich noch ein bisschen mehr fesselte als nur die Grafikgeschichte an sich. Man konnte sich in Photoshop etwas zusammenbasteln und würde nachher dafür sorgen, dass das Ganze interaktiv wurde. Während der „Frontpage-Ära“ ließen sich zwar noch nicht so schöne Dinge wie heute realisieren, aber wenigstens hatte ich die Möglichkeit meinen Netscape Navigator dazu zu bringen klickbare Elemente darzustellen und mich auf neue Seiten weiterzuleiten.

Der Rest meiner Jugend erklärt sich ab hier glaube ich eigentlich von selbst und eigentlich weiß ich auch nicht so Recht was ich euch mit dieser kleinen Anekdote mit auf den Weg geben will. Wahrscheinlich soll das einfach nur zeigen, dass Filesharing noch zu mehr nützlich sein kann als sich kostenlos Stuff reinzuziehen und das man immer das verfolgen sollte wofür man brennt. Ich muss jetzt mal Sachen entwickeln.

Foto von Riebart auf flickr.

4 Kommentare

Martin aus Leipzig am 27.02.2013 um 13:41 Uhr

Kann ich nur so unterschreiben. Deine Anfänge ähneln meinen sehr…

mandarine_one am 27.02.2013 um 13:50 Uhr

Das zu verfolgen für was man brennt ist nur nicht immer so leicht. Ich würde z.b. gern den ganzen lieben langen Tag nur Logos erstellen/illustrieren. Aber dafür müsste ich mich wohl selbstständig machen und dafür hab ich grad nicht so wirklich die Eier in der Hose :)

Jürgen am 27.02.2013 um 13:55 Uhr

Code.org kann ich als Informatiker nur unterstützen.
Jeder sollte mal mit Programmcode in Berührung kommen, egal von welcher Art,
es hilft einem ein allgemeines Verständnis für die Funktionsweise von Software zu entwickeln.
Ich glaube, dass das in Zukunft immer wichtiger wird.

Roman am 27.02.2013 um 18:28 Uhr

Jup sehe ich genau so.
Dieses Projekt kann und sollte ein Feuer entfachen das bis dato zumindest glimmen sollte.
Coden oder Programmiern hat immer etwas mit Kreativität und Leidenschafft zu tun.
Ich finde in diesem Zusammenhang die catchphrase von WordPress eigentlich sehr gut „Code is poetry“

Mit „the startup Kids “ läuft ha gerade ein zweites sehr ähnlich Projekt zum Thema Coding is sexy

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