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Der Abmahnwahnsinn geht weiter

von Flo am 03.10.2012   |   Sonstiges

Vor 2 Tagen haben wir diesen Artikel veröffentlicht, in dem wir über eine Abmahnung berichteten die uns ins Haus geflattert ist. Wir wurden aufgefordert knappe 3.000 € für EIN Bild aus einem Artikel von 2009 zu zahlen und wie sich mittlerweile herausgestellt hat sind wir nicht die Einzigen die in diesem Fall betroffen sind. Der Blog „Autodino“ wurde beispielsweise zu einer Zahlung von 19.000 €, aufgrund von 3 Bildern für die er angeblich nicht die Rechte besitzen würde, verdonnert. Nach einem Schriftwechsel mit der Kanzlei, in welchem bewiesen wurde, dass die Bilder damals ausdrücklich mit der Bitte um Veröffentlichung per Mail zugesandt wurden, folgte prompt eine Entschuldigung der Anwälte. In dieser wurde erklärt, dass die Sache zurückgezogen sei, da man sich „in meinem Fall nicht sicher sein könne, die alleinigen Nutzungsrechte an den streitigen Bildern zu haben„.

Durch diese ganze Diskussion die um diese Abmahnungen herum in den letzten beiden Tagen entstanden ist (Links zu entsprechenden Artikeln findet ihr in diesem Beitrag) kamen auch noch weitere Fälle ans Licht, die eines gemeinsam haben: Die Abmahnungen gehen alle von der gleichen Kanzlei aus und die Bildrechte lägen angeblich immer bei der selben Bildagentur. Dass das wohl nicht in jedem Fall auch wirklich so sein muss zeigt oben stehenden Beispiel ja eigentlich schon zur Genüge und deswegen ist hier allerhöchste Vorsicht geboten.

Auf dem Blog „daMax“ wurde heute ein Beitrag veröffentlicht der offensichtlich zeigt, dass besagte Anwaltskanzlei wohl schon wieder ein neues Fressen gefunden hat auf welches sie sich stürzen können. Es geht um Beiträge die sich mit den Bonsai-Baumhäusern von Takanori Aiba beschäftigen. Deswegen zuerst einmal der Aufruf an alle hier mitlesenden, die selbst Blogbetreiber sind: Solltet ihr einen Beitrag über besagte Künstlerin geschrieben haben, entfernt am besten mal alle Bilder und kümmert euch auch darum, dass diese auch auf euren Servern/eurem Webspace nicht mehr auffindbar sind.

Im Zuge dieser ganzen Abmahnungen geht natürlich vielen Blog und Online-Magazin Betreibern jetzt zurecht die Düse und die ersten ziehen auch schon Konsequenzen daraus. Neben einigen weiteren Blogs haben jetzt auch „Amy & Pink“  inklusive ihrer Ableger „The Invader“ und „Wenke Who“ erstmal ihre Pforten geschlossen, bis die ganze Sache endgültig geklärt ist. Ich kann die Entscheidung vollkommen nachvollziehen, möchte allerdings auch betonen, dass wir diesen Schritt nicht gehen werden.

Es geht bei dieser momentan stattfindenden Abmahnwelle eben nicht nur um diese selbst sondern das grundlegende Problem, welches wir hier in Deutschland mit solchen Veröffentlichungen haben. Es wurden immer mehr Kommentare geschrieben die der Meinung waren, dass wir alle selbst schuld sind und eben nur noch Bilder verwenden sollten für die wir die Rechte besitzen würden. Klar, da stimme ich den Verfassern grundlegend auch zu und sehe ein, dass wir dafür belangt werden wenn wir Fehler begehen, aber in erster Linie gehts mir um die erstens sehr überzogenen und dann wohl auch noch völlig willkürlich festgesetzten Summen die wir für Bilder, deren Rechte vielleicht zum Teil auch erst nach Veröffentlichung der betroffenen Artikel erworben wurden, zahlen sollen. [UPDATE: Nathan Sawaya, der Künstler um dessen Bild es bei den meisten Abmahnungen geht hat soeben einen Kommentar bei Nerdcore und auch bei uns hinterlassen: „This is Nathan Sawaya. I have been notified that my art is the subject of this matter. To be clear, I am not represented by this law firm. I am not represented by this photo agency. If you have any questions, you may email at info@brickartist.com.“ – sehr interessant!]

Ein weiteres Beispiel, welches zeigt wie irrsinnig diese Abmahnungen sind, ist die Geschichte des Blogs „iGNANT„, die in den Kommentaren zu diesem Artikel öffentlich wurde. Der Betreiber der Seite hatte 2008 eine E-Mail eines Künstlers mit der Bitte um Veröffentlichung seiner Arbeiten bekommen, dies auch getan und wurde vor knapp einem Jahr von einer Fotografin, die besagte Bilder damals geknipst hat, zu einer Zahlung von 1.500 € aufgefordert. Das Problem war, dass der Künstler die Nutzungsrechte damals nur für ein Jahr erworben hatte und die Fotos dementsprechend ca. 2 Jahre ohne gültiges Nutzungsrecht auf dem Blog veröffentlicht wurden. Der Blogbetreiber musste zwar nicht die komplette Summe berappen, wurde aber im Endeffekt trotzdem zur Zahlung einer etwas niedrigeren Summe verdonnert. Die Frage die sich mir hier stellt ist nun allerdings, ob es nicht die Aufgabe des Künstlers wäre, den Blogbetreiber schon bei der Kontaktaufnahme darauf hinzuweisen, dass er die Nutzungsrechte der Bilder nur für ein Jahr besitzt. Woher soll unsereins denn bitte wissen wann wer welche Nutzungsrechte besitzt, wenn dies nicht klar kommuniziert wird.

Ich sehe es als äußerst wichtig an, dieses Thema nun zur Genüge in die Öffentlichkeit zu tragen und sich vorallem nicht einschüchtern zu lassen. Meine erste Bitte geht an alle Blogbetreiber, die momentan ebenfalls von einer Abmahnung betroffen sind. Macht das Thema publik, schreibt in eurem Blog darüber und helft auch mit, dass die „großen“ und „alten“ Medien auf diese Fälle aufmerksam werden. Den Blog zu schließen, ständiges stillschweigen und verstecken trägt nicht wirklich dazu bei dieses Problem zu lösen und wir drehen uns somit nur im Kreis und stehen in wenigen Monaten wieder vor der gleichen Situationen. Es muss in Deutschland eine einheitliche Regelung gefunden werden wie mit dem Thema Nutzungsrecht in solchen Fällen umgegangen wird und wenn nötig ziehen wir damit auch vor Gericht. Wir zumindest!

UPDATE (03.10.2012 – 18:50 Uhr): Kollegen, ich will mich nicht allzuweit aus dem Fenster lehnen, aber ich ahne, dass die Sache gut für uns ausgehen könnte. Ich hatte soeben einen kurzen Mailverkehr mit Nathan Sawaya und dieser teilt mir folgendes mit:

„My fiance took the photo. My company owns it. We have not sold the rights to it.
My lawyer is reviewing this matter. I am not represented by the German law firm who sent the letter. I am not represented by this photo agency. Please spread the word.
Also, I grant you permission to use the photo for editorial purposes on your blog.“

Das klingt als wäre da eine ganz ganz üble Sache am laufen – und wir haben das alles schriftlich!

UPDATE (03.10.2012 – 19:20 Uhr): Okay, nochmal ein Update, aber anscheinend geht das hier nicht klar hervor. Nathan schrieb uns, weil wir ihn konkret danach gefragt hatten: „My fiance took the photo.“ – Laut den gängigen Übersetzungsdiensten heißt das, dass sein/e Verlobte/r das Foto geschossen hat, es tritt also auch nicht der Fall ein, der hier beschrieben wurde.

68 Kommentare

daMax am 03.10.2012 um 17:31 Uhr

Hey, danke fürs Verlinken. Allerdings bestehe ich auf daMax mit kleinem d und großem M. Und ich drücke euch ganz fest die Daumen, dass die Sache glimpflich für euch ausgeht. Ich selber zittere auch ein kleines Bisschen, obwohl ich eigentlich immer die Genehmigung der Schöpfer einhole, bevor ich was verposte. Das scheint einen ja leider auch nicht mehr zu schützen :(

René am 03.10.2012 um 17:43 Uhr

Wenn die die Abmahnung für Dingsdino zurückzogen mit der Begründung der „alleinigen Nutzungsrechte“ und Sawaya das Bild auf seiner Seite ebenfalls nutzt: http://brickartist.com/img/assets/hero-1.jpg dürfte die Sache damit vom Tisch sein. ;D

Frittenmeister am 03.10.2012 um 17:48 Uhr

Ach ja, ich kenn das auch mit den Abmahnungen. Ich bekomm auch hin und wieder mal so Briefe und es kostet mich jedesmal Geld. Nicht für die Abmahnung aber für den Anwalt, der dann das alles erst mal klären muss. Hat sich aber jedes Mal rentiert, denn entweder konnte die abmahnde Seite auf einmal nicht mehr beweisen, dass sie die Bildrechte auch wirklich haben (und haben dann alles zurückgezogen) oder die Abmahnung war einfach so oder so ein Witz. Da wird man dann auch gerne mal für ein gekennzeichnetes Zitat abgemahnt, selbst wenn dann nur Worte wie „Das ist ein Witz“ zitiert wurden….

Ich drück Euch die Daumen und lasst Euch nicht unterkriegen! Solange ihr keinen schriftliches Beweis in Form eines Vertrages über die Bildrechte zu sehen bekommt, ist sowieso alles halb so wild. Ein Anwalt muss das aber leider trotzdem klären…

lordmat am 03.10.2012 um 17:58 Uhr

Selbstverständlich muss dagegen etwas getan werden! Ich werde definitiv nicht mein Blog schliessen, jedoch sicherheitshalber alle Bilder löschen und Beiträge Privat markieren, die eine solche Verletzung darstellen.
Letztendlich hab ich nicht wirklich Lust, denen Ihren Porsche zu finanzieren.

Falls bzgl. dem Bonsai Baumhaus was kommt, werd ich definitiv auch mein Maul aufmachen.

Sandra am 03.10.2012 um 18:57 Uhr

Ich habe meine Meinung zu Abmahnungen soeben geändert und finde es jetzt OKAY.

Ich möchte gern, dass Leute ihr eigenes Zeug verbloggen, und wenn sie kein eigenes Zeug haben, dann sollen sie keinen irgendwie recycelten Kram veröffentlichen. Bearbeitete, verfremdete Bilder, Persiflagen und Mash ups sind davon ausdrücklich ausgenommen.

Eine Künstlerin verschickt Bilder mit der Bitte, diese im eigenen Blog zu verwenden und darüber zu berichten?? Drauf geschissen!!! So was will ich nicht lesen (außer im Blog der Künstlerin. Lösung: Verlinken.).

Wenn eine Bloggerin heutzutage z.B. einen Film, eine CD oder was immer rezensiert (was ich gut finde) und meint, diesen Artikel mit Promo-Material bebildern zu müssen, damit es „schöner aussieht“ und dann abgemahnt wird, dann hasse ich zwar die Abmahnanwälte für ihre Geschäftemacherei, aber mit der Bloggerin habe ich kein Mitleid.

Macht euer Zeug selber! Mit eurer Kamera, Stift, Bastelmaterial und mit euern eigenen Ideen!

Nehmt alle fremden Bilder und Texte aus euren Blogs. Nicht aus rechtlichen Gründen, sondern weil es Internetverschmutzung ist.

Prüft mal die Blogs, die ihr so lest, wieviel darin nur wiedergekäutes Material ohne eigene neue Gedanken ist – das nur die Eitelkeit der Blogbetreiber als Möchtegern-Publisher spiegelt. Wenn die Abmahn-Zombies daran was ändern, haben sie sich am Ende ihren Porsche redlich verdient!?

Fabian am 03.10.2012 um 18:59 Uhr

ich hab mal eine grundlegende frage, denn das thema wurde ja im artikel angesprochen. wenn man das werk eines künstlers fotografiert, dann hat der künstler keine rechte daran? der fotograf aber schon? wo ist denn da der schutz des geistigen eigentums? was ist denn da mit den rechten des künstlers? und die weiterführende frage, wenn ich ein musikalisches oder filmisches werk mit ähnlichen reproduktionsmethoden, also audiorekorder und filmkamera, aufnehme und vervielfältige habe ich dann die nicht eigentlich auch die rechte daran?

Willy Iffland am 03.10.2012 um 19:11 Uhr

Wow ey,, das geht ja immer weiter!

Ronny am 03.10.2012 um 19:11 Uhr

Wegen dem Update: soweit ich weiß, geht es bei manchen auch nicht um ein Foto, das Sawaya selber, sondern ein anderer Fotograf gemacht hatte?

Flo am 03.10.2012 um 19:15 Uhr

@Ronny: Ich habe mit ihm jetzt speziell wegen dem Foto das bei uns eingebunden wurde geschrieben. Und das hat sein/e Verlobte/r geknipst, bei den anderen weiß ich leider nichts neues.

Ronny am 03.10.2012 um 19:17 Uhr

Ah, alles klar. Krasser Shice, den die Agentur da fährt. Echt.

René am 03.10.2012 um 20:02 Uhr

Das Update is’n Knaller. YMMD. ;D

Marc am 03.10.2012 um 20:53 Uhr

Das Update ist wirklich ein Knaller und ich bin sehr gespannt darauf, wie es ausgeht für die Kanzlei. Gar nicht auszudenken, wenn die völlig aus der Luft gegriffen abmahnen. Alle Gute weiterhin!

RA_Dury am 03.10.2012 um 22:01 Uhr

Hallo, das ist ja wirklich starker Tobak. Wir vertreten auch eine abgemahnte Bloggerin. Wenn das Abgemahnte Foto tatsächlich von der Verlobten des Herrn Sawaya angefertigt wurde, handelt es sich klar um eine unberechtigte Abmahnung, so dass ggf. die Kosten der eigenen Rechtsverteidigung eingeklagt werden können.

mandarine_one am 03.10.2012 um 22:10 Uhr

Ui ui ui. Sehe da ein paar Anwälte dick aufs Maul fallen :)

Ich finde gut das ihr das alles publik macht. Irgendjemand muss gegen diesen ganzen Blödsinn den Mund auf machen. Ich persönlich hab erstmal alles, von dem ich denke das es mir gefährlich werden könnte, vom Blog genommen. Vorsicht und so :)

Ich hoffe das geht wirklich noch gut aus für euch. Ansonsten stürmen wir einfach mit Fackeln und Mistgabeln die Kanzlei :)

Alex am 03.10.2012 um 22:19 Uhr

@RA_Dury: Durch besagte Bloggerin sind wir per Mail im Bilde ;) Danke aber für den Hinweis bzgl. ungerechtfertigter Abmahnung. Wir werden das prüfen lassen und ggf. so einen Schritt in Betracht ziehen.

@mandarine_one: Fackeln & Mistgabeln hören sich verlockend an, bringen aber wahrscheinlich nichts ;)

RA_Dury am 04.10.2012 um 00:25 Uhr

Bei RA Ferner-Alsdorf wird auch dazu gebloggt: http://www.ferner-alsdorf.de/2012/10/abmahnwahnsinn-3000-euro-fuer-ein-foto/ Zumindest in unserem Fall gehen die Ausführungen bei Ferner-Alsdorf aber fehl, da bei der Bloggerin, die wir vertreten nachweislich nicht das freigestellte Foto, das die Agentur angeblich in ihrem Katalog hat und wegen dem abgemahnt wurde, eingebunden hatte, sondern das Original-Foto von brickartist.com.

Ich werde mich Morgen mal ans Telefon hängen und Nachfragen, ob die Abmahnung im Lichte der Auskünfte des Künstlers und des klaren Sachverhalts (falsches Foto abgemahnt) weiter aufrecht erhalten wird.

Flo am 04.10.2012 um 01:06 Uhr

@RA_Dury: Den Beitrag bei Ferner-Alsdorf haben wir auch zur Kenntnis genommen. Die Bloggerin, die Sie vertreten hatte uns auch schon eine Mail geschickt, dass das Foto aus dem Agenturkatalog und dieses, welches sie verwendet hatte, nicht identisch sind, wir konnten bisher auf den Dokumenten die uns zugeschickt wurden aber keine Unterschiede feststellen. Haben Sie denn einen öffentlich einsehbaren Link zu einer der beiden Versionen?

Nico am 04.10.2012 um 01:26 Uhr

Man muss tatsächlich über das Verwenden von Bildern fremder nachdenken. Trotzdem drücke ich euch die Daumen.

Sven am 04.10.2012 um 08:29 Uhr

Wenn das update, bzw das Feedback des Künstlers stimmen sollte, grenzt dieser Fall nicht an Betrug?

glamorama am 04.10.2012 um 10:18 Uhr

Nicht ganz unironisch wirkt da der Slogan, mit dem die besagte Bildagentur auf ihrer Website wirbt:
„BECAUSE EVERY PICTURE HAS A STORY“

Na, das scheint in diesem konkreten Fall ja ganz besonders zuzutreffen ;)

PS: Ich drücke die Daumen, dass die Sache fair geregelt wird – und vor allem, dass die Diskussion um ein zeitgemäßes Urheber- und Leistungsschutzrecht nach Einstellung der Forderung nicht wieder verebbt. Das Beispiel zeigt ja geradezu exemplarisch, dass die derzeitige juristische Situation den digitalen Realitäten des 21. Jahrhunderts in keinster Weise gerecht wird. Es ist ungefähr so, als ob man mittelalterliches Wegerecht auf deutsche Autobahnen anwenden wollte …

Jens am 04.10.2012 um 11:26 Uhr

@Sven
genau daran habe ich auch direkt gedacht.
Sollte es sich herausstellen das die Rechte nicht vorhanden waren und trotzdem eine Abmahnung herausgeschickt wurde, sollte man die Firma wegen Betrug anzeigen.

Hans am 04.10.2012 um 14:15 Uhr

Who cares? Deutsches Internet ist sowieso laecherlich.

Vorstadtprinzessin am 04.10.2012 um 15:47 Uhr

@Hans Dank dir mit Sicherheit!

Ich hoffe das ganze halt bald ein Ende und vor allem das eine Lösung gefunden wird. Ich sehe den gleichen Artikel hier irgendwo anders im nächsten Jahr.

Alex am 04.10.2012 um 19:33 Uhr

„Was sind 1000 Rechtsanwälte auf dem Grund des Meeres?“
„Ein guter Anfang!“

No more to say…

Rabauz am 04.10.2012 um 20:34 Uhr

Der Spiegel Online hat bereits auch schon über euren Fall und den von Autodino berichtet:

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/abmahnung-gegen-blogger-3000-euro-fuer-ein-bild-a-859480.html#ref=rss

Ich finde es gut, dass dieses Thema überall im Internet breitgetreten wird. Hoffentlich wird sich an solch einer Abzocke gesetzlich schnell etwas ändern. 3.000,- Tacken für ein Bild mit dessen „Produkt“ – für das allein nur viral geworben wird – besitzt keinerlei Logik und macht für jeden halbwegs begreiflichen Menschen schnell ersichtlich, dass es sich hierbei lediglich um Geldmacherei handelt und nicht um dem Schutz der geistigen Werke.

Pingback
Ralf Nöhmer am 05.10.2012 um 10:56 Uhr

Ich bin Fotograf und durch meine Bilder, die ich im Internet zeige, auch gelegentlich davon betroffen, dass Bilder von mir ohne Erlaubnis auf anderen Webseiten gezeigt werden. Natürlich ärgert mich das, denn ich lebe vom Verkauf meiner Bilder und von einem Link kann ich mir kein Brot kaufen. Das mal ganz überspitzt formuliert, wenn hier einige laut aufschreien sollten und das Internet für einen rechtsfreien Raum halten.

Wenn ich Bilder von mir auf anderen Webseiten entdecke, dann schaue ich zunächst einmal, ob das eine reine Hobbyseite ist, oder ob dort jemand auch z.B. Affiliate-Links gesetzt hat, also eindeutig auch Geld mit der Seite verdienen will. Im ersten Fall schreibe ich den Betreiber an, bitte ihn – wenn nicht geschehen – einen Link auf meine Seite zu setzen und weise ihn auf die Folgen hin, die bei ungerechtfertigter Nutzung von Bildern entstehen könnten.

Sollte eine Webseite eindeutig das Ziel verfolgen, Geld zu verdienen, dann erwarte ich, dass der Betreiber auch bereit ist, für die Nutzung meiner Bilder zu zahlen. Vom Link alleine kann ich nicht leben, denn damit bekomme ich beim Bäcker kein Brot. Der würde sicher blöde aus der Wäsche schauen, wenn ich bei ihm Brot hole und sage: „Ich sage es weiter, dass das Brot von Ihnen ist.“ und ohne zu zahlen den Laden verlasse.

Den Betreiber der kommeziellen Seite wird dann von mir angeschrieben. Ich weise ihn auf die unberechtigte Nutzung hin und bitte ihn, mir zu sagen, wie lange er das Bild nutzen möchte. In der Regel einigt man sich dann relativ schnell – mal mit, mal ohne Einsicht.

Natürlich ist es einfacher, das Ganze in ein Anwaltsbüro zu geben, aber mal ehrlich: was hindert mich daran, kurz Kontakt zu dem User aufzunehmen und die Angelegenheit selbst zu klären? Den Anwalt kann ich immer noch einschalten, wenn ich auf einen beratungsresidenten Nutzer meiner Bilder treffe. Aber das musste ich bisher nie.

Wenn jetzt – wie in Deinem Fall – der Künstler selbst die Freigabe nachträglich erteilt, ist das zwar erfreulich für Dich, aber lies Dir dennoch mal den Bericht bei SPON http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/abmahnung-gegen-blogger-3000-euro-fuer-ein-bild-a-859480.html durch (auf den hat Rabauz auch verwiesen). Dort hat die Anwaltskanzlei erklärt, dass die Nutzungsrechte wohl über mehrere Agenturen gelaufen sind.

Ich drücke euch die Daumen, dass die Angelegenheit für euch noch mal glimpflich verläuft. Und dem Künstler würde ich raten, sich vorher mal zu erkundigen, was für Verträge er unterschreibt, wenn das Bild tatsächlich über mehrere Agenturen in Umlauf gekommen ist. Da verliert man nämlich sehr schnell den Überblick.

Chris am 07.10.2012 um 15:38 Uhr

Ist es nicht sogar (gewerbsmäßiger) Betrug, wenn eine nicht vom Künstler beauftragte Kanzlei für eine ebenfalls nicht vom Künstler beauftragte Bildagentur irgendwelche horrenden Summen für Bilder abmahnt, die der Lebensgefährte des Künstlers aufgenommen hat? Zumal nicht das Bild an sich, sondern dessen Motiv das eigentliche Kunstwerk darstellen…

MosKito am 07.10.2012 um 17:48 Uhr

von mir würden die in einem ählichen Fall folgende Kurznachricht bekommen….

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Abzocker,

ich möchte Ihnen hiermit höflichst mitteilen das Sie mich mal richtig doll am Arsch
lecken können.

Da ich über keinerlei eigene finanzielle Mittel verfüge und auch sonst bei mir bis auf mein
Känguruh, eher wenig zu holen ist, bin ich gerne bereit eine von Ihnen nun wohl angestrebte
Haftstrafe abzusitzen und würde mich freuen wenn wir uns auf den kommenden Winter
einigen könnten, da meine Wohnung da sicherlich eh kälter ist als eine Zelle..

mit bisher noch freundlichen Grüssen

bitte teilen Sie mir auch eine Privat Adresse mit, da es immer schwer ist Bomben und Brandsätze
in der Kanzlei persönlich abzugeben ohne erkannt zu werden….

Peter am 25.10.2012 um 11:38 Uhr

Durch solche Machenschaften verliert man durchaus die Lust, seine Internetprojekte und Ideen umzusetzen. Man hat ja mitunter gar nicht die Chance, alles richtig zu machen. :-(

Marcel am 04.11.2012 um 14:33 Uhr

Man sollte der hgm-press mal stecken, dass ein Impressum ohne Scripte erreichbar sein muss – Abmahnung könnten drohen :-D

Daniel am 07.11.2012 um 23:04 Uhr

Das kommt mir leider mehr als nur bekannt vor… Als Autor von http://www.chaoszone.de wurde ich selbst vor Kurzem von der besagten Anwaltskanzelei wegen 2 Bildern des genannten Künstlers abgemahnt – Kostenpunkt: knapp 5800 EUR! Meine Seite ging damit erst einmal komplett offline. Ein 5 Jahre alter Blog… tod. Da (vermeintliche) Urheberrechtsverletzungen von keiner Rechtschutzversicherung abgedeckt werden, habe ich direkt einen Rechtsanwalt eingeschaltet, der das ganze abgeschmettert hat. Ich bleibe nun aber auf 625 EUR Kosten sitzen, die mein Anwalt zwar verdient hat, aus meiner Sicht das aber von der gegnerischen Parteil getragen werden müsste, da sie die Abmahnung ja ungerechtfertigterweise verschickt hat – dies geht wohl aber nur über’s Gericht…

Mario am 28.01.2013 um 09:24 Uhr

Da man selten alles richtig macht, hat man hier wohl auch kaum eine Chance, solche Abmahnungen zu 100% abzuwenden. Ein gewisses Restrisiko besteht leider immer.

Sandra am 10.02.2014 um 11:36 Uhr

Leider kann es einen auch unverschuldet treffen, wenn andere auf das eigen Profil Bilder posten. Hier sollte man es entweder ganz unterbinden oder aber genauer hinsehen.

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