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Abmahnung: Jetzt hats uns auch erwischt

von Flo am 01.10.2012   |   Sonstiges

Man lebt als Blogger ja immer in so einer Art „Grauzone“. Am liebsten möchte man mehrere Artikel am Tag veröffentlichen um den Lesern ständig neuen Content zu liefern, eigentlich müsste man aber jeden Künstler über den man schreibt erstmal kontaktieren um auch abzuklären ob derjenige überhaupt will, dass sein Projekt auf der jeweiligen Seite gefeatured wird. Beides geht meistens nicht wirklich gut zusammen, da es einfach ein immenser Zeitaufwand wäre alles abzuklären und sich die Postingfrequenz somit eher im niedrigeren Bereich ansiedeln würde. Deshalb geht man oft den einfachsten und bequemsten Weg und hofft darauf, dass der Künstler es einfach gut findet was man so tut und falls doch mal das Gegenteil eintreten sollte, dann wird er sich hoffentlich schon melden und der Beitrag kann immernoch entfernt werden. Von großen Agenturmeldungen oder -bildern lässt man am besten einfach komplett die Finger und sobald eine Bildquelle vermerkt ist wird diese natürlich auch angegeben.

Im Regelfall klappt diese Herangehensweise eigentlich ganz gut und auch wenn da die Meinungen auseinander gehen ob das jetzt der richtige oder der falsche Weg sei, auch wir haben ihn für uns gewählt und sind die letzten 5 Jahre damit eigentlich ziemlich gut gefahren. Klar gab es immer mal wieder (und damit meine ich ca. 5 – 10) Künstler die keinen Bock hatten ihre Sachen auf unserem Blog zu sehen, nach einem kurzen Mailaustausch und dem Entfernen des Beitrags war die Sache dann aber meistens auch wieder erledigt.

Letzte Woche Donnerstag erreichte uns ein Schrieb von einer Anwaltskanzlei, welche uns beschuldigt in einem Artikel von 2009 ein Bild zu verwenden für das wir keine Nutzungsrechte besitzen würden. Wir werden aufgefordert eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen und rückwirkend Lizenzgebühren in Höhe von 2568,00 € zu zahlen. Hinzu kommen dann noch Bearbeitungsgebühren und der ganze Kram, so dass sich das Ganze auf knappe 3000,00 € beläuft.

Nach kurzer Recherche und zugegebenermaßen vor dem Fertiglesen des ganzen Schriebs (sind viele viele Din A4 Seiten) sind wir dann darauf gestoßen, dass der Künstler eigentlich eher zu der Gattung gehört welche sich über Publicity freuen und irgendwelchen Blogs die seine Arbeit verbreiten auch gerne mal via Twitter oder anderen Social Networks ein „Dankeschön“ zukommen lässt. Klingt ja erstmal recht gut und wir wunderten uns was es denn dann jetzt mit dieser Abmahnung auf sich hat.

Die Rechte an dem Bild gehören angeblich einer Agentur welche die Kanzlei beauftragt hat dieser Sache nachzugehen. Okay, so etwas kann vorkommen und dann kann der Künstler noch so nett sein, wenn die Agentur die Nutzungsrechte besitzt, darf diese auch dagegen vorgehen.

Über Twitter haben wir dann erfahren, dass auch andere Bloggerkollegen von der Geschichte betroffen sind und einen ähnlichen Schrieb bekommen haben. Teilweise mit erheblich höheren Rückzahlungsforderungen und teilweise auch mit niedriger angesiedelten Beträgen. Die Namen der Betroffenen mache ich hier jetzt mal nicht öffentlich außer sie melden sich selbst zu Wort und wünschen eine Bekanntgabe.

Wie wir in der Geschichte weiter vorgehen werden wir jetzt erstmal von einem Anwalt klären lassen, wir halten euch aber natürlich auf dem Laufenden falls sich etwas Neues ergibt. Falls es noch irgendeinen Betroffenen gibt, mit dem wir jetzt noch keinen Kontakt hatten, würden wir uns freuen wenn sich derjenige bei uns meldet.

UPDATE (02.10.2012 – 16:20 Uhr): Erstmal vielen Dank an alle Kommentare und auch an alle Blogs, die dieses Posting verbreitet haben. Mittlerweile sind einige Artikel zu dem Thema aufgetaucht und wir haben im Zuge dessen von weiteren Blogs erfahren, denen in den letzten Tagen eine Abmahnung zugesandt wurde. Wir möchten hier nochmal deutlich darauf hinweisen, dass wir die ganze Geschichte gerade mit einem Anwalt klären und bis sich da nichts konkreteres ergeben hat werden wir auch keine Namen oder ähnliches nennen.

Nachfolgend noch eine Aufstellung der uns bekannten Artikel die über diesen oder ähnliche Fälle berichten:

http://www.autodino.de/autonews/2012/09/26/abmahnung-autodino-soll-knapp-19-000-euro-fr-drei-bilder-zahlen
http://www.crackajack.de/2012/10/02/blog-abmahnungen-fur-lego-kunst/
http://www.kraftfuttermischwerk.de/blogg/?p=41915
http://www.amypink.com/2012/10/die-neue-abmahnwelle-deutsche-blogger-muessen-zahlen/
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/perlentaucher-heute-in-den-feuilletons-a-859092.html
http://www.unbelievable-pain.com/2012/09/jetzt-ist-es-passiert-ich-wurde.html
http://www.pengbummtschak.de/2012/10/02/blog-abmahnung-bei-und-anderen/
http://dropin-blog.de/index.php?site=articles&action=show&articlesID=3
http://blah.tamagothi.de/2012/10/02/neues-aus-abmahnistan-erwuenschtes-bloggen-mit-foto-kostet-nachtraeglich-3000e/

UPDATE (03.10.2012 – 17:05 Uhr): Nathan Sawaya, der Künstler um dessen Bild es bei den meisten Abmahnungen geht hat soeben einen Kommentar bei Nerdcore und auch bei uns hinterlassen: „This is Nathan Sawaya. I have been notified that my art is the subject of this matter. To be clear, I am not represented by this law firm. I am not represented by this photo agency. If you have any questions, you may email at info@brickartist.com.“ – sehr interessant!

UPDATE (03.10.2012 – 18:50 Uhr): Kollegen, ich will mich nicht allzuweit aus dem Fenster lehnen, aber ich ahne, dass die Sache gut für uns ausgehen könnte. Ich hatte soeben einen kurzen Mailverkehr mit Nathan Sawaya und dieser teilt mir folgendes mit:

„My fiance took the photo. My company owns it. We have not sold the rights to it.
My lawyer is reviewing this matter. I am not represented by the German law firm who sent the letter. I am not represented by this photo agency. Please spread the word.
Also, I grant you permission to use the photo for editorial purposes on your blog.“

Das klingt als wäre da eine ganz ganz üble Sache am laufen – und wir haben das alles schriftlich!

UPDATE (03.10.2012 – 19:20 Uhr): Okay, nochmal ein Update, aber anscheinend geht das hier nicht klar hervor. Nathan schrieb uns, weil wir ihn konkret danach gefragt hatten: „My fiance took the photo.“ – Laut den gängigen Übersetzungsdiensten heißt das, dass sein/e Verlobte/r das Foto geschossen hat, es tritt also auch nicht der Fall ein, der hier beschrieben wurde.

111 Kommentare

Marco am 01.10.2012 um 22:27 Uhr

Habt ihr mal den Künstler angefragt, was er davon hält? Weil das Urheberrecht hat er ja prinzipiell behalten… vll kann er da ja was machen, wenn er so einer ist, der sich eigentlich über Werbung freut.

Tobboo am 01.10.2012 um 22:48 Uhr

Urheberrecht und Nutzungsrecht sind leider zwei verschiedene Dinge. Wenn er sein Nutzngsrecht an diese Agentur abgegeben hat kann auch er normal nicht viel an der Situation bewirken.

Flo am 01.10.2012 um 22:54 Uhr

@Marco: Eine Mail ist schon raus ja ;)

Hurkunde am 01.10.2012 um 23:04 Uhr

Deshalb blogge ich nicht mehr…(in Deutschland)

daburna am 01.10.2012 um 23:05 Uhr

Es hackt doch wohl gewaltig! Was sind denn das bitte für Summen?! Irgendwie müssen sich die Heerscharen der Juristen wohl beschäftigen.

Als einmal eines meiner Fotos ohne Erlaubnis verwendet wurde, meinte der Anwalt dazu, das würde höchstens 100 Euro geben. Ich sollte mal höher Stapeln und auch mit 3 Mille abmahnen.

tino am 01.10.2012 um 23:23 Uhr

vielleicht sollte das bild einfach mal auf tumblr gepostet werden, dann wird es fix gerebloggt, und ist auf 1000 blogs, was wollen sie dann machen? alle anschreiben?

Johannes am 02.10.2012 um 00:17 Uhr

Irgendwie traurig. Würde man sich an die Gesetze streng halten, gäbe es solche interessanten Blogs nicht.

Rechtlich sieht die Sache für mich aber leider eindeutig aus. Vielleicht kann der Urheber tatsächlich etwas bewirken – immerhin geht es hier auch um seinen Ruf.

Zumindest über die Höhe würde ich mit der Kanzlei streiten. Da wird meistens zu eigenen Gunsten zu hoch kalkuliert, um sich dann in der Mitte zu treffen.

Torsten am 02.10.2012 um 11:53 Uhr

Von daher IMMER vorab eine Nutzungsgenehmigung bei fremden Fotos einholen oder noch besser: nur selbst gemachte Fotos verwenden.

Internetleser am 02.10.2012 um 12:06 Uhr

„Vorher fragen“ ist die einzige richtige Herangehensweise, um fremde Bilder zu bloggen. Muss man so sagen. Eigentlich handhaben die ganzen amerikanischen Kunstblogs das auch so, dort schicken Künstler ihre Bilder selbst ein. Unschöne Sache, aber wohl auch selbstverschuldet.

Marcel am 02.10.2012 um 12:45 Uhr

„Vorher fragen“ schön und gut, aber wenn der Fotograf zwar vor Jahren damit einverstanden war und jetzt irgendeine Agentur ankommt, die die Rechte an den Bildern besitzt, wie sieht die Sache dann aus?

Und öffentlich zu schreiben, dass man abgemahnt wurde, ist auch wieder so ’ne Sache, weil man dann womöglich noch weitere Aasgeier auf sich aufmerksam macht, die den Blog mal genauer unter die Lupe nehmen…

Tobboo am 02.10.2012 um 12:56 Uhr

Man soll auf diese rechtlichen Missstände in Deutschland ruhig aufmerksam machen!

Internetleser am 02.10.2012 um 12:57 Uhr

@Marcel: Wenn der Fotograf euch vor Jahren eine Erlaubnis für die Nutzung erteilt hätte, dann gäbe es sicherlich kein Problem. Ich nehme mal an, du meinst eher „er hat irgendwo in einem Interview im Netz mal erwähnt, dass er es grundsätzlich ok findet, wenn seine Bilder geteilt werden“. Auf sowas kann man sich nicht verlassen.

Jan am 02.10.2012 um 13:40 Uhr

Also ich hab mich auch mal zu dem Thema „schlau“ gelesen. Da man schwerig einen Betrag für die Verletzung des Nutzungsrecht ausrechnen kann, wird ein sogenannter fiktiver Lizensertrag zwischen in diesem Fall eurem Blog und der Agentur berechnet nehme ich an. Dieser fiktive Lizensertrag spiegelt dann wieder, was ihr hättet zahlen müssen um das Nutzungsrecht zu erhalten und welchen Verlust somit die Agentur über die drei Jahre gemacht hätte. Die Frage ist natürlich ob die Agentur von Anfang an die Rechte hatte. Da können auf jeden Fall schon mal 3000 Euro zusammenkommen. So hart wie das klingt.

Ich finde die Geschichte auch ziemlich assi, aber ich nehme an ihr müsst in den sauren Apfel beißen und die Kohle zahlen.

Aber natürlich bevor ihr den Wisch unterschreibt, würde ich erstmal abwarten was die Anwälte da aushandeln.

Ich-ich-ich am 02.10.2012 um 13:51 Uhr

Marcel, der König die Bildklauer, und selbsternannter Rebell will also erstmal bei Abmahnung den Schwanz einziehen? Das ich nicht lache. Gibt eh bald nen Knall.

Zum Thema: „Grauzone“ ? Soll das ein Witz sein? Ihr klaut Bilder und beschwert euch danach, dass ihr abgemahnt werdet? Alles wofür große Zeitschriften Geld bezahlen wollt ihr also umsonst benutzen wollen? Mit welchem Recht?

Robert am 02.10.2012 um 14:19 Uhr

@Internetleser Da muss ich Dir beipflichten, denn alles was „irgendwo mal“ gesagt wurde zählt nicht vor Gericht. Wenn man sich auf die Aussage eines Fotografen, Grafikers usw. stützen möchte, sollte man sich das immer vertraglich/schriftlich geben lassen.

Per am 02.10.2012 um 15:17 Uhr

shit, aber jetzt mal im Ernst: Bei so einer Scheisse fragt man sich doch echt, warum man das überhaupt macht. Der Ertrag steht in keinem Verhältnis zum Aufwand und dann auch noch sowas. Viel Erfolg für euch bei dieser sehr sehr unangenehmen Sache.

AuchBlogger am 02.10.2012 um 15:35 Uhr

Ja, welche Anwaltskanzlei ist es denn? Und ist es immer die selbe Kanzlei welche die Abmahnungen an die „Bloggerkollegen“ geschrieben hat? Das frage ich mich gerade.

Zum Thema: Eigene Bilder verwenden und Gut iss (ok, WAS man so fotografiert ist auch nicht uninteressant…) – aber bei (z.B.) iRights.info kann man sich ja schlau machen.

AuchBlogger am 02.10.2012 um 15:49 Uhr

Frage beantwortet, steht ja jetzt auch bei Rene.

Auf deren Seite steht unter „Spezialgebiete“ aber nichts von Abmahnungen!??

Thompsen am 02.10.2012 um 15:53 Uhr

Jetzt scheint es die Runde zu machen. Meine Frau wurde auch abgemahnt: http://www.unbelievable-pain.com/2012/09/jetzt-ist-es-passiert-ich-wurde.html

AuchBlogger am 02.10.2012 um 17:06 Uhr

@Thompsen, ich glaube ja Deine Frau schürt (unabsichtlich?) mit ihrem letztem größeren Absatz Angst, denn das mit den Links und Videos stimmt SO! sicher nicht.

Ein Internet OHNE Links funktioniert nicht (meine Meinung), und laut iRights.info ist auch das Einbetten von YouTube-Videos nicht zwingend illegal. Volksverhetzende Videos sind natürlich illegal. Das Verlinken von fremden YT-Videos ist wiederum nicht im Urheberrecht geregelt. (http://www.irights.info/?q=content/faq-musik-bei-youtube-herunterladen-konvertieren-covern-etc) siehe Punkt 7 und 8

Uiuijui: jetzt habe ich iRights verlinkt.

Der Bierblogger am 02.10.2012 um 17:31 Uhr

Ganz egal wie, weshalb und warum! Ich wünsch euch auf diesem Wege einfach viel Erfolg, dass ihr den Kampf gewinnen werdet!!

Notfalls machen wir alle ne Spendenaktion und dann kommt das Geld schon fix zusammen..

Grüße vom bierigen Bloggerkollegen,
Cheers,
Felix

Simone am 02.10.2012 um 18:06 Uhr

Von den Kollegen hab ich auch Post bekommen, ich vermute mal auch wegen dem gleichen Foto. Allerdings schon am 20. September und die wollten von mir eine noch deutlich höheren Betrag haben, obwohl mein Bild erst 2011 online ging (Bestimmt, weil ich so ein total riesiger und bekannter Super-Blogger bin. Nicht!).

Gebloggt habe ich bisher nix dazu, es gab nur eine kleine Facebook-Diskussion inkl. unseres mitdiskutierenden Anwalts (siehe Kommentare) darüber:
https://www.facebook.com/andiliciouscom/posts/4008390647014

BTW: Der Künstler hat nicht „irgendwann mal“ gesagt, dass man das sharen darf, sondern bietet das aktuell auch noch auf seiner Website für alles und jeden an, wenn man mal genauer hinsieht. ;)

Clemens am 02.10.2012 um 18:19 Uhr

Oh oh – ich war seit einer Woche nicht mehr im Büro. Da bin ich ja mal gespannt was so alles im Briefkasten liegt.

Ich hatte einen ähnlichen Fall vor knapp einem Jahr. Ein Künstler hat mir 2008 Bilder von seinen Arbeiten geschickt mit der Bitte sie zu veröffentlichen. Ich habe sie daraufhin auf die Seite gestellt und drei Jahre später Post bekommen. Eine Fotografin wollte von mir 1.500 Euro wg. den Bildern haben. Sie hatte wohl damals die Fotos für den Künstler geschossen und der hatte nur für ein Jahr die Nutzungsrechte daran. Davon wusste ich natürlich nichts und musste zahlen.

Andi am 02.10.2012 um 18:21 Uhr

@Clemens: Die Euronen hättest du dir aber mit Sicherheit mit dem Gang zu einem Fachanwalt sparen können. ;)

Clemens am 02.10.2012 um 18:30 Uhr

@Andi: War ich ja und ich musste letzten Endes nicht den vollen Betrag zahlen, aber Fakt war nun mal, dass ich die Bilder von der Fotografin veröffentlicht hatte ohne ihr Einverständnis. Unwissen über den eigentlichen Urheber schützt einen da leider nicht…

Internetleser am 02.10.2012 um 18:37 Uhr

@Andi: Was hätte denn ein „Fachanwalt“ da machen können, außer ihm noch mehr Geld kosten? Wer Bilder publiziert, für die er keine Rechte hat, kann Ärger kriegen, da gibt es keine „Grauzone“.

Mich wundert die Diskussion schon sehr. Wir haben das Jahr 2012, nicht 2005, inzwischen dürfe angekommen sein, dass man nicht Texte und Bilder einfach übernimmt und auf sein eigenes Blog packt.

Flo am 02.10.2012 um 18:40 Uhr

@Internetleser: Du verfolgst hier aber schon alles sorgfältig, oder? Ich sehe gerade in Clemens Fall die Schuld ehrlich gesagt eher beim Künstler, da dieser auch darauf hinweisen hätte können, dass er die Nutzungsrechte nicht besitzt. Wie soll denn ein Autor (in dem Falle Clemens) wissen, dass der Herr der ihm die Erlaubnis erteilt die Bilder zu nutzen das nach einem Jahr nicht mehr darf?

Clemens am 02.10.2012 um 18:48 Uhr

@Flo : Genau das wollte ich sagen.

@Internetleser: Mir ist durchaus bewusst, dass man immer den Urheber fragen muss, was wir bei iGNANT auch in der Regel machen, aber selbst da kann es dann passieren, dass man abgemahnt wird. Bei einem solchen Risiko muss man sich zweimal überlegen ob man in Deutschland ein Blog starten will.

Internetleser am 02.10.2012 um 18:51 Uhr

@Flo: In *diesem* speziellen Fall ist das sicherlich grenzwertig ist, weil halt noch die Photographin mit drinsteckt, deren Rechte auch zum Tragen kommen. Wenn mir der Künstler die Rechte aber ohne Einschränkung zusichert, dann würde ich es in dem Fall auf einen Rechtsstreit ankommen lassen, sofern ich das schriftlich habe.

Das Fazit bleibt aber dasselbe: Eigenen Content benutzen oder die Rechte schriftlich abklären. Grundsätzlich ist das auch jetzt gar nicht soooo schwer und auch nicht „unfair“ oder „verwirrend“ oder was sonst so für Quatsch in den Kommentaren der anderen Blogs rumgeht.

Internetleser am 02.10.2012 um 18:57 Uhr

@Clemens: Das ist ziemlich übertrieben. Die richtige Aussage wäre: „Man muss es sich zweimal überlegen, ob man in Deutschland ein Blog starten will, das vorwiegend aus Fremdinhalten besteht, die man sich einfach zusammensucht“. Andere Blogs haben diese Probleme idR nicht, die schreiben halt ihre Artikel und nehmen Stockphotos oder CC-Bilder zu Artikelillustration.

Thompsen am 02.10.2012 um 19:03 Uhr

@AuchBlogger : Das ist so nicht ganz korrekt. Inzwischen sind schon wieder Fälle bekannt, in denen Inhaber versuchen unerwünschte Links durch Abmahnungen zu unterbinden. Und bei Youtube-Videos ist es auch so eine Sache, da die Uploader oft auch nicht die Rechte des Materials haben.
Aber egal, das soll hier nicht Thema sein ;)

Ralf am 02.10.2012 um 19:51 Uhr

Viel Erfolg für Euch! und danke, dass Ihr dies publik gemacht habt.

Maria am 02.10.2012 um 20:02 Uhr

Wir hatten vor einigen auch so ein Brief von der Anwaltskanzlei Rasch, am Ende gabs ein Brief von meinem Anwalt und die Geschichte war vorbei ohne jegliche Antwort oder Reaktion der Kanzlei.

Die deutsche Politiker sollten die Gesetze für die Medien Welt mal anpassen, aber bei den alten ***** die davon keine Ahnung haben, habe ich jede Hoffnung aufgegeben.

Euch trotzdem Viel Erfolg mit den Gaunern.

Andi am 02.10.2012 um 20:37 Uhr

@Clemens: Ja, das Problem ist ja im Sinne „Wer ist der Urheber“, wenn auf einmal der Vertrag zwischen den Erstellern bzw. dem Kunden wechselt. Schließlich kann man sich ja kaum neben der Erlaubnis auch noch den eigentlich Ursprungsvertrag zuschicken lassen. Immer und immer wieder grässlich …

Michael am 02.10.2012 um 21:59 Uhr

Der Lesbarkeit des Texts wären ein paar Kommas durchaus zuträglich ;)

Christoph am 03.10.2012 um 08:10 Uhr

Mal eine ganz blöde Frage: Kann eine Anwaltskanzlei jemanden wegen eines vermeintlichen Vergehens einfach so zur Zahlung einer willkürlich festgesetzten Geldsumme verpflichten, ohne sich dabei selbst zumindest in eine rechtliche Grauzone zu begeben? Sie kann doch höchstens mit einer Unterlassungsklage oder einer Anzeige drohen und über weitere Konsequenzen bzw. über die Höhe eines eventuellen Schadenersatzes hätte dann ein Gericht zu entscheiden.

Hotcha am 03.10.2012 um 08:56 Uhr

Sorry, aber die Einführung verrät dich:

„…..“Grauzone”. Am liebsten möchte man mehrere Artikel am Tag veröffentlichen um den Lesern ständig neuen Content zu liefern, eigentlich müsste man aber jeden Künstler über den man schreibt erstmal kontaktieren um auch abzuklären ob derjenige überhaupt will, dass sein Projekt auf der jeweiligen Seite gefeatured wird. Beides geht meistens nicht wirklich gut zusammen, da es einfach ein immenser Zeitaufwand wäre alles abzuklären und sich die Postingfrequenz somit eher im niedrigeren Bereich ansiedeln würde. Deshalb geht man oft den einfachsten und bequemsten Weg und hofft darauf, dass der Künstler es einfach gut findet was man so tut und falls doch mal das Gegenteil eintreten sollte, dann wird er sich hoffentlich schon melden und der Beitrag kann immernoch entfernt werden. “

Das ist ganz einfach beschönigend, verwedelnd, ich finde sogar verlogen. Du rechtfertigst also das unabgesprochene Übernehmen von Inhalten damit, dass für eine Nachfrage keine Zeit bleibt, diese dem Urheber sowieso Aufmerksamkeit kosten würde, weil später gepostet würde? Und er das ja eigentlich gut finden müsste. Sonst soll er sich halt melden.

Ich glaube nicht, dass man wirklich von Grauzone reden darf. Vielmehr sollte man von Blogs reden, die wild drauf los „zitieren“, auch lange Texte übernehmen, bei wenig Eigenleistung. Von den Bildern ganz zu schweigen, da wird nicht nur gepastet, auch bei eigenen Fotos werden ungeniert fremde Leute ins Bild gerückt, ohne diese zu fragen. Wer so rumelefantet, den erwischts halt mal, wie jetzt offenbar euch.

Jane am 03.10.2012 um 10:09 Uhr

Habe auch mal über diese Abmahnwelle berichtet… Könnt mich gerne verlinken. Wir müssen was dagegen tun!

http://sw-i-belong.blogspot.de/2012/10/abmahnungen-denkansto.html

Simone am 03.10.2012 um 10:35 Uhr

Zu Christophs Frage: Die schicken einem, soweit ich weiß, in der Regel eine Unterlassungserklärung, die man bitte unterschrieben zurücksenden soll, da jene Anwaltskanzlei sonst gerichtliche Schritte einleiten würde. In dieser Erklärung steht dann z.B., dass man XY nie wieder tut und sich außerdem zur Zahlung von Summe XY verpflichtet und wenn man sowas nochmal tut außerdem noch eine Summe Z zu bezahlen hat.
Die verpflichten dich also nicht, sondern bitten dich, dich selbst dazu zu verpflichten, mit dem Hinweis darauf, dass man das ja auch gerichtlich klären könnte … so oder so ähnlich. Nur in 20 Seiten Anwaltsdeutsch.

Niedermeyer am 03.10.2012 um 15:15 Uhr

Beachtet Internetleser einfach nicht. Don’t feed the troll!

Es ist das gute Recht eines jeden Bloggers sein Blog aus Fremdinhalten zusammenzusuchen. Das ist kein Argument. Aber es hat auch schon viele Blogs mit eigenen Inhalten mit Abmahnungen wg. Bildern getroffen. So ist die Nutzung von der Bilddatenbank Pixelio höchst riskant. Die AGBs sind so gestrickt, dass man an einer bestimmten Stelle den Namen des Urhebers drucken muss. Auch andere Teile der AGBs führen leicht zu Verfehlungen. Das Ergebnis ist, dass Hobbyfotografen sich ein nettes Zubrot durch Abmahnungen verdienen.

Wer fremde Inhalte verwendet, der tappt auch bei großer Sorgfalt doch leicht in die Abmahnfalle. Dabei wird auch noch Schadenersatz geltend gemacht, der sich nach der Nutzungsdauer richtet und meist eine überzogene Lizenzgebühr für die Nutzung ansetzt. Beträge von 1500 € und mehr sind die Regel. Allerdings lehnen immer mehr Gerichte die Forderungen ab.

Der Weg zum Anwalt lohnt leider auch meist nicht, da man ganz schnell den geforderten Betrag erst an den eigenen Anwalt und später an das Gericht zahlen muss. Der Weg zu einem Verband oder der Verbraucherschutz ist derzeit die günstigste Lösung. Leider

knievel am 03.10.2012 um 15:27 Uhr

postet doch einfach mal die namen der agentur oder deren rechtsvertretung.
den rest erledigt das internet (bzw. fähige selbstjustizler mit dem notwendigen technischen knowhow) von selbst :-)

Matthias am 03.10.2012 um 15:55 Uhr

Die Lizenzen für ein Bild kosten bei der derzeitigen Rechtsprechnung 100 Euro pro Jahr. Dazu kommen Aufschläge wegen fehlender Urheberbenennung. Diese schwanken zwischen 50 und 100 Prozent, je nach Gericht. Macht also maximal 800 und nicht 2500 Euro … Ich persönlich verzichte daher lieber auf fremde Bilder, denn es gibt zuviele schwarze Schafe im Netz.

Cora am 03.10.2012 um 16:08 Uhr

Wir hatten die Tage auch eine Abmahnung, allerdings im Wettbewerbsrecht. Unsere Recherche im Anschluss ist schon erschreckend. Ich möchte jetzt nicht von organisierter Kriminalität sprechen, aber….lassen wir das.

Das ganze Abmahnsystem ist von Juristen für Juristen.
Die Fälle von Rechtsmissbrauch werden bestimmt nicht abnehmen, eher zunehmen.
Streitwerte können mehr oder weniger willkürlich gesetzt werden, daraus errechnet sich die Anwaltsgebühr – und nur noch darum scheint es zu gehen, der eigentliche Sinn der Abmahnung, nämlich die Unterlassung gerät völlig ins Abseits.
Die Abmahnanwälte denunzieren sich auf Ihren Webseiten gegenseitig, mutieren schnell vom Saulus zum Paulus…

Nathan Sawaya am 03.10.2012 um 16:50 Uhr

This is Nathan Sawaya. I have been notified that my art is the subject of this matter. To be clear, I am not represented by this law firm. I am not represented by this photo agency. If you have any questions, you may email at info@brickartist.com.

-Nathan Sawaya

Simone am 03.10.2012 um 17:45 Uhr

Thanks Nathan for commenting! :)

MC Winkel am 03.10.2012 um 18:48 Uhr

Ach, Ihr auch!? Mich hat die Kanzlei auch angeschrieben, ich soll 7.500 für genau das gleiche Bild vom Sawaya zahlen. SIEBENTAUSENDFÜNFHUNDERT! Damit führe ich dann, oder? :)

Ich hab‘ das auch nur müde lächelnd meinem Anwalt gegeben, nach meiner Abmahung über den Anwalt von Kalle Schwensen von damals kannte ich das Prozedere ja bereits. Die größte Sauerei ist halt, dass es wirklich Menschen/Blogger gibt, die sowas ernstnehmen, übereilt und ohne Rücksprache die abmahnende Kanzlei anrufen und sich mit denen ggfls. einigt, dann halt „nur“ 30-50% der Summe zu zahlen. Einige machen das und genau davon finanzieren sich die Jungs. Von mir gibt’s natürlich nicht einen Cent.

Die Sache mit dem Sawaya ist super, gut zu wissen, werde das hier gleich mal meinem Anwalt schicken. Dann werde ich die Kanzlei wg. „grobem Unfug“ verklagen und Ihnen meine Anwaltskosten in Rechnung stellen – DIE fallen ja leider in jedem Fall an, sowas zahlt ja keine Rechtsschutz. Aber weisst Du was – wenn das hier alles durch ist und ich von den Malediven zurück bin (ich fliege am Samstag), dann fahren wir da mal hin, okay? ALLE! Und dann mache ich ein Vlog. Wird ganz bestimmt ein sehr Lustiges.

Nina am 03.10.2012 um 19:57 Uhr

Ha! Ohja, bitte fahrt hin und macht einen Vlog!

Insgesamt sehr interessante Sache die hoffentlich noch größere Wellen schlägt und zum Nachdenken anregt.
Ich bin gerade froh nur eigenes Bildmaterial veröffentlicht zu haben aber wer weiß, vielleicht haben dei meine Bildrechte ja auch „gekauft“, haha :D

Th. am 03.10.2012 um 20:13 Uhr

ich verstehe eh nicht wie es sein kann, dass zb bei den Ergebnissen der Google Bildersucher die Bilder eingebunden werden und das wohl rechtlich ok ist, sobald ich aber bei meinem Blog die Bilder lediglich einbinde (also nicht hochlade) es auf einmal nicht ok sein soll?! Weiß da jemand was?

Allen betroffenen Bloggern wünsche ich die Kraft den Mist durchzustehen und sich nicht unterkriegen zu lassen….!

Flo am 03.10.2012 um 20:44 Uhr

@Th. – Soweit ich weiß hatten alle Betroffenen (wir auch) die Bilder auf dem eigenen Server gelagert. Ich denke, kenne mich da aber wirklich nicht aus, dass wenn du die Bilder lediglich einbindest und diese aber auf einem anderen Server lagern, dir da nicht viel angetan werden kann.

hdr am 04.10.2012 um 03:45 Uhr

Ich mache gerade einen Film über das Thema. Ich bin gespannt welche Nachweise der Herr Michel über die Verwertungsrechte der Fotos vorweisen kann:-) eine Anwalts-Vollmacht kann man auch nachreichen, aber die Rechte an den Bildern will ich sehen! Morgen bin ich bei vor Ort.

Verena am 04.10.2012 um 16:11 Uhr

OH MAN! Ich hab das hier die ganze Zeit verfolgt und mich übelst aufgeregt über diese Kanzlei! Ich bin sehr froh, dass es jetzt doch für alle gut ausgehen wird und niemand an diese Verbrecher zahlen wird. Unglaublich ist das!! Ich hoffe, das hat ein Nachspiel für diese Penner. Und ein Vlog wäre natürlich der Hammer ^^

hul am 04.10.2012 um 21:30 Uhr

@knievel laut dradiosoll es sich bei der Bildagentur um hgm-press handeln.

Michael am 05.10.2012 um 11:27 Uhr

Ich verstehe ehrlich gesagt das Problem nicht – wer Bilder nutzen möchte, muss eben auch dafür zahlen. Mit Fotos ist es wie mit allem anderen auf der Welt auch…
Die Höhe der hier anfallenden Kosten sei dahingestellt. Aber wer auf Nummer sicher gehen möchte und keinen Ärger möchte, fragt eben cleverer weise im Vorfeld.
Da auch ihr eure Kohle mit Grafik/Design verdient solltet ihr ja wissen wie der Hase läuft, oder?

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Melanie am 10.10.2012 um 16:58 Uhr

hört/bekommt man echt oft mit.Das viele Blogger das bekommen haben:-(

Arne am 15.10.2012 um 23:22 Uhr

Yo, hatte letzte Woche auch eine Abmahnung in der Post und soll rund 1.200 Euro für die Verwendung von drei Bildern zahle. Rezensiere Zeitschriften. Die Bilder ware naus der Zeitschrift eingescannt, aber so, dass man keine Bilduntzerschirftne gesehen hat. Die Fotografin war erwähnt. Die Scans waren schlechterer Qualität als in de Zeitschrift. Bin unschlüssig. Zahlen oder nicht? Anwalt? Im Grunde war es eine reine Rezension. Natpürlich waren drei Kunstfotografien, die ich abgebildet habe etwas viel, aber eine E-Mail hätte dem Urheber auch genütz. Sicher nicht der Kanzlei…

oakley california weather am 01.06.2013 um 04:38 Uhr

I’m impressed, I have to admit. Rarely do I encounter a blog that’s both equally educative and interesting, and let me tell you, you’ve hit the nail on the head. The issue is something too few men and women are speaking intelligently about. Now i’m very happy I stumbled across this during my search for something regarding this.

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Alfredo Heinemann am 15.09.2013 um 02:02 Uhr

Ihr Süßen, was macht Ihr denn noch in Abmahnistan? Konsequentes Handeln ist gefragt!

Chris Ezeh am 03.12.2013 um 18:43 Uhr

Uns hat das auch getroffen!!! Wir haben erstmal unsere Seitendicht gemacht. Jetzt ist ein Gegenangriff gefragt.

Chris Ezeh am 03.12.2013 um 18:49 Uhr

Uns hat das auch am 30.11.2013 erwischt!!! Wir haben erstmal alle unsere Seiten dicht gemacht. Jetzt ist ein Gegenangriff gefragt. Wir mussen uns wehren!! Zum Beispiel, Wie wars mit Email-Krieg gegen solche Kanzleien, damit kann man Ihre Server zum Absturz bringen. Bitte weitere Ideen sind gefragt!!

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