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Filmfest München 2012: Wuthering Heights

von Messel am 05.07.2012   |   Sonstiges

Endlich gibt es die Chance den neuen Film von Andrea Arnold (The Wasp, Fishtank) in Deutschland zu sehen. Am Fr. 06.07. um 19.00 Uhr und am Sa. 07.07. um 22.00 Uhr läuft „Wuthering Heights“ auf dem Filmfest in München.

Ich hatte die Chance vorab schon mal reinzuschauen und sage: Unbedingt hingehen! Der Film ist ein schmatzendes, düsteres, schnaubendes Wesen, das seinen Zuschauer in einer Art Ganzkörpererfahrung ins ländliche England des 19. Jahrhunderts versetzt. Und wer jetzt denkt: Ach… Kostümfilm. Langweilig, der sehe sich bitte den Trailer an:

Was man hier kriegt ist die volle sinnliche Breitseite. Man befindet sich den ganzen Film über irgendwo da, wo die Seele wohnt, wo der Wind heult und der Boden dampft. Zum ersten Mal hat es jemand geschafft diese düstere und trotzdem lebenswilde Energie des Buches einzufangen.

Ja! „Wuthering Heights“ ist nicht nur ein Kostümfilm, sondern sogar eine Literaturverfilmung. Die Vorlage allerdings ist auch mit das obszönste und wütendste, was die englische Literatur des 19. Jahrhunderts zu bieten hat:

Kurz zur Story: Das Findelkind Heathcliff erschüttert Frieden, Hof und Ehre der Familie Earnshaw im britischen Yorkshire. Mitten in einer wilden, stürmischen Moorlandschaft wütet auf einmal das Gefühl. Hass. Liebe. Neid. Gewalt.

Man braucht ein wenig Sitzfleisch und Geduld für den Film. Andrea Arnold nimmt sich viel Zeit zum Erzählen. Trotzdem lohnt es sich. Wenn man sich auf die Bilderflut einlässt und auf das Heulen des Windes, dann ist man plötzlich irgendwo an einem sehr unmittelbaren und echt ehrlichen Ort.

Außerdem: Wo sonst bekommt man die Chance eine Figur in voller Kostümierung des 19. Jahrhunderts das Wort „Cunt“ brüllen zu hören.

Wuthering Heights„- Sieht aus wie von gestern. Ist aber mehr heute, als so mancher Film mit basslastigem Clubsoundtrack.

Übrigens: Den Titelsong zu „Wuthering Heights“ lieferten Mumford and Sons:

Wunderschön. Anschauen!

(Das ist übrigens ein Gastbeitrag von Teresa Hörl, die sich für uns gerade auf dem Münchner Filmfest rumtreibt und nach der ein oder anderen filmischen Perle Ausschau hält. In den nächsten Tagen folgen noch ein paar weitere Reviews und Berichte, seid also gespannt und kommentiert fleißig.)

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