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We Like Bier – From Russia with Love #1

von Alex am 21.07.2011   |   Sonstiges

Heute gibt es mehr oder weniger eine kleine Premiere auf We Like That, denn wir haben unseren ersten richtigen, mehr oder weniger offiziellen Gastbeitrag. Mehr oder weniger auch nur, weil der Beitrag in erste Linie an mich privat adressiert war und von einer sehr guten Freundin von mir stammt, die sich gerade in Russland aufhält. Und es hat mit Bier zu tun hat. Da unser Baby hier, auch (sehr) oft mit Bier zu tun hat, hab ich nach Rücksprache die Erlaubnis bekommen, das hier zu veröffentlichen. Danke Isae! Hier also eine Art „We Like Bier“ Ausgabe aus Russland und in schriftlicher Form. Den Text hab ich einfachkeitshalber mal so übernommen wie ich ihn bekommen habe.

Werde nun meinem Job als Auslandskorrespondent endlich in gegebener Weise nachkommen: ich hab die ersten zehn Biersorten durch – und damit auch schon alle Abstufungen in Sachen Geschmack. Hab mich an Biersorten gehalten, die’s nicht überall gibt, also den Budweiserquatsch etc. weggelassen (bis jetzt, mal schauen, ob’s mich noch packt) und ob’s wirklich russische Biere waren, war mir eigentlich egal. Eins war auf jeden Fall schon mal sicher aus Weißrussland. In Sachen Design sieht’s insgesamt zappenduster aus (scheint ein globales Bierproblem zu sein), allerdings will ich lobend erwähnen, dass wenigstens die Flaschen teilweise einiges hermachen.

Der absolute Favorit bisher: Zatecky Gus. Der Verdacht, dass es nicht russisch ist, liegt nahe, weil’s nicht kyrillisch beschriftet ist, aber mehr zur Herkunft hab ich nicht gefunden. Dafür gibt’s ne funky Gans ([gus] = Gans – tataa!) im Wappen, von der bin ich Fan, vom Bier allerdings auch. Das ist ziemlich lecker und geht ganz schön gut runter. Auf das werd ich wohl noch das ein oder andere Mal zurückgreifen müssen.

„Der Sieger (so far).“

Gleich danach kommen die beiden Kozel-Biere. Hier dasselbe: super Bock im Wappen, aber alles nicht kyrillisch (und wieder: [kosjol] = Ziegenbock). Beide recht gut trinkbar, das dunkle sieht auch noch ziemlich großartig aus, konnt ich mangels vernünftigem Glas aber nicht dokumentieren. Kommt vielleicht noch. Das ist auch verdammt lecker, allerdings ist der Geschmack so spektakulär, dass man wohl nicht viel davon trinken kann… das sieht beim Hellen anders aus, da würden auch mehrere ordentlich funktionieren.

„Die Plätze 2 und 2.“

Hier isses dann auch schon vorbei mit der Reihenfolge, die nächsten Biere laufen alle im Mittelfeld, es gibt nur noch einen Ausrutscher nach unten. Nach ganz unten. Jetzt aber zuerst endlich mal was Kyrillisches: (willkürlich + freihändig von mir transkribiert:) Schigulewskoje. Designtechnisch eher auf der schwedischen (alternativ: ukrainischen) Seite, aber hübsche Flasche und: läuft ganz gut. Außerdem eines der wenigen Biere, die Wert darauf legen, die Natürlichkeit ihrer Zutaten zu betonen… Das nächste eher durchschnittliche ist Stariji mjelnik, „der alte Müller“ – voll schöner Name, sonst alles recht unspektakulär. Auch wenn die Flasche pilsmäßig daherkommt ein Helles (auch 0,5 l, irgendwie sieht die Flasche kleiner aus…) und auch eher schwach auf der Brust, nicht nur in Sachen Alk, auch geschmacklich.

„Man beachte das großartige Bierglas! Aber ich halt’s hier wie mit Filmen: genauso wenig, wie 3D einen schlechten Film besser macht, macht ein fieses Glas ein gutes Bier schlechter… Und den einzigen Gegenstand, der annähernd so dekorativ ist wie das Glas, hab ich für das nächste Bild rekrutiert.“

Zum Highlight in Sachen Namen: Zwei Meister, seit 1881 nach Originalrezept gebraut und die Begründer und Namensgeber sind zum Glück auch auf’m Etikett verewigt. Hier geht’s dann mal in die andere Richtung, der Name ist auf der Rückseite tatsächlich auch ins Kyrillische transkribiert, was ziemlich super aussieht. Allerdings ist geschmackstechnisch auch hier nicht viel zu holen. Flaschentechnisch ganz vorn dabei ist Alexandria – sonst aber auch eher solider Durchschnitt. Ähnlich unspektakulär schmeckt Klinskoje, dafür stammt das Design hier mehr so aus der Alcopop-Ecke. Quasi ganz ohne Design kommt Balschaija Kruschka aus, dafür ist der Name einigermaßen spektakulär. „Balschaija“ heißt groß und laut Wörterbuch ist „Kruschka“ ne große Tasse – wohlgesonnen will ich mal davon ausgehen, dass ne extragroße Tasse einfach ein Bierkrug ist… Oder man nen Bierkrug auch als ganz schöne große Tasse uminterpretieren kann. Außerdem ist das Bier laut Etikett auch noch bernsteinfarben, daran kann ich mich nu aber beim besten Willen nicht erinnern.

„Der Rest vom Mittelfeld. Beim ersten macht wenigstens die Flasche was her, beim letzten muss dann schon der Hintergrund punkten.“

Last but not least… ne, eigentlich schon least: Achota krepkoje. Der Name ist schon vielversprechend: ein Bier, das „Jäger“ heißt, kann nicht schlecht sein. Und „krepkoje“ heißt nichts anderes als stark, dezenter Hinweis auf die 8 %. Designtechnisch schlechter Durchschnitt, allerdings ist die Eisenfaust (?!) im Wappen schon gut. Das Bier ist im Großen und Ganzen mit untrinkbar gut beschrieben, irgendwie schmeckt’s, als kämen die 8 % daher, dass jemand eh schon schlechtes Bier mit Wodka (auch eher die 10€-oder-billiger-Liga) aufgegossen hat. Würde auch die Frage beantworten, warum sich Wodka-Bier bis jetzt nicht als Discoschorle durchgesetzt hat – oder ist der Trend nur an mir vorbeigezogen? Bis jetzt auf jeden Fall das hochverdiente Schlusslicht. Von der Marke gibt’s noch andere Biere, mal schauen, ob ich mich da in der nächsten Runde ran trau… die ist auf jeden Fall in Arbeit, die nächsten Kandidaten sind ausgewählt bzw. schon verkonsumiert. Je nach dem, was der Mut hergibt, werd ich mich vielleicht auch mal an das ein oder andere PET-Gebinde wagen.

„Zusammen mit einem Nachzügler aus dem Mittelfeld: das Schlusslicht.“

4 Kommentare

stiller am 21.07.2011 um 15:38 Uhr

Ganz interessant. An russischem Bier kenne ich nur Baltika, das es in verschiedenen Sorten und Stärken im Kölner Roter Platz gibt. Wobei ich da auch bloß die „normalen“ Biere um die 5% mag, das Starkbier war mir zu malzig.
Zwei Meister hat aber Kultpotential.

c33 am 21.07.2011 um 16:17 Uhr

Ich kannte bisher kein russisches Bier und hoffe das mir die testende Dame hoffentlich das ein oder andere Fläschen von dem guten Zeug mitbringt… *hüstel*

@stiller: Meinst du vom Label oder hast du das schonmal getrunken?

stiller am 22.07.2011 um 01:26 Uhr

Vom Label bzw. vom Namen her. Ob es mir dann schmecken wird, nun ja, das kann auch nur der Test beweisen. :)

meinereiner am 25.07.2011 um 19:58 Uhr

Das kann ich ja so nich stehen lassen: Kozel is eine tschechische Brauerei, da sollte man im gut sortierten Getränkehandel auch hierzulande ran kommen.

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