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Warum bloggen mehr ist als nur Beiträge zu schreiben

von Flo am 12.01.2011   |   Sonstiges

Als ich vor über 3 Jahren angefangen habe regelmäßig Beiträge in das Internet zu schreiben, hätte ich niemals damit gerechnet, dass sich die Geschichte zu dem entwickelt was sie heute ist. Ich hatte damals noch keinen Feedreader sondern bin eher zufällig bzw. durch gezieltes ansurfen von Blogs auf die Inhalte gekommen, die ich dann auf meinem Blog teilte, der damals überwiegend von meinen „realen“ Freunden gelesen wurde. Am Wochenende wurde in der Kneipe dann über die lustigen Dinge gesprochen, die ich damals so brachte und es entstanden (zugegeben meistens nach 3 – 4 Bier) irgendwelche witzigen Ideen für Fotomanipulationen oder ähnliches, die dann schnellstmöglich umgesetzt wurden um sich das Wochenende drauf dann darüber lustig zu machen.

Wie das so ist, wenn man sich eine gewisse Zeit mit einer Thematik beschäftigt, entdeckte ich von Tag zu Tag immer mehr Blogs und es waren irgendwann einfach zu viele um sie einfach nur gelegentlich anzusurfen. Ich holte mir also einen Netvibes Account und fing an meine RSS-Feeds mit diesem zu verwalten um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben und noch mehr grandiose Dinge in dieser weitläufigen Netzwelt zu entdecken.

Wenn man viele Blogs liest, die überwiegend von Menschen geschrieben werden die sich täglich mehrere Stunden im Internet aufhalten, wird man schnell auf neue Trends und Dienste aufmerksam und so dauerte es auch nicht lange bis Facebook und Twitter ein Thema für mich wurden. Der Input sprudelte von da an also von allen möglichen Seiten ein und ich hätte täglich hunderte von Beiträgen veröffentlichen können, und hätte immer noch Stoff für Tage gehabt, an denen eher wenige gute Sachen im Netz zu finden waren …

Die Beiträge wurden also mehr, die Aufmerksamkeit stieg an und irgendwann hört man auf über „Insider“ aus dem eigenen Freundeskreis zu schreiben, da man das Bewusstsein im Hinterkopf hatte, dass man 95% der Leser einfach nicht mehr persönlich kennt. Man macht sich Gedanken über das Aussehen seiner Publikation, grübelt wie man noch mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen könnte und fängt irgendwann zwangsläufig an nach mehr zu streben.

Marco von mindsdelight.de hat vor ein paar Tagen mit seinem Beitrag über die komischen Vorgehensweisen von Firmen, die die Kreditwürdigkeit eines einzelnen überprüfen, ziemlich viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen und twitterte in diesem Bezug irgendwann mal: „Durch diesen O2-Arvato-Unsinn schreib ich täglich übrigens mehr Mails, als tatsächlich Blogbeiträge. Ich brauche langsam eine Assistentin.“

Auch wenn der Marco wahrscheinlich grade um Längen mehr zu tun hat als wir, so erreichen doch auch uns tagtäglich E-Mails (über die wir uns übrigens sehr freuen :) oder Werbeanfragen die beantwortet werden wollen oder es gibt mal wieder ein Gewinnspiel, welches koordiniert werden muss. Twitter und Facebook werden auch immer mehr zum Marketing-Kanal und die Leute geben sich nicht damit zufrieden, wenn man Ihnen einfach irgendwelche Links zu Beiträgen vor den Latz knallt, sondern wollen auch individuell behandelt werden. Müsste ich den zeitlichen Aufwand, der zum Betreiben dieser Seite hier dazugehört, prozentual aufteilen, dann würde ich wahrscheinlich maximal 40 % dem eigentlichen generieren von Inhalten zusprechen, denn das wirklich Aufwändige sind die oben angesprochenen Sachen.

Der Alex und ich waren beide immer der Meinung, dass wir versuchen irgendwelchen Druck, der automatisch entsteht wenn man täglich Beiträge veröffentlicht, nicht zu sehr an uns ranzulassen und wirklich nur dann Arbeit hier rein investieren, wenn wir auch wirklich Lust darauf haben. Ganz egal ist es einem zwar nicht, wenn man weiß, die Leute erwarten regelmäßig Inhalte, zusammenfassend kann ich aber sagen, dass wir diese Vorgehensweise bis jetzt bestmöglich verfolgt  haben und aufgrund dessen immer noch voll motiviert und mit größtmöglicher Freude an die Sache rangehen.

Wir schreiben gerne E-Mails oder durchforsten tausende von Feeds, freuen uns über Werbeanfragen, gestalten mit größter Leidenschaft neue Layouts oder Stickermotive und sind höchst erfreut über irgendwelche Verlosungs-Sponsorings die sich ergeben. Die „unangenehmen“ Arbeiten werden zur Freude, wenn man weiß wofür man das ganze tut. Und das tolle an der Sache ist … haben wir irgendwann keine Lust mehr drauf, gibt es keinen der uns dazu zwingt.

Foto von Paula Tschira

7 Kommentare

volker am 12.01.2011 um 13:05 Uhr

Sehr gut! Weitermachen! :)

Damian am 12.01.2011 um 13:22 Uhr

Was Volker sagt.

Nico am 12.01.2011 um 16:34 Uhr

Keep on rocking!

Marco am 12.01.2011 um 20:11 Uhr

Was du sagst. Alles. Vor allem das Ende. Und Danke für das Verlinken und Erwähnen und sowieso und überhaupt und awesome sein. :D

[jo.han.nes] am 14.01.2011 um 06:29 Uhr

Dem ist nichts weiter hinzuzufügen. We Like Your Shizzle.

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